Mo, 18. Dezember 2017

Arbeitsloser (63)

08.06.2017 13:06

Hassposting auf Facebook: Mann musste vor Gericht

Extrem abfällig über Flüchtlinge geäußert hat sich ein 63-Jähriger aus dem Südburgenland. Und zwar auf der Internetplattform Facebook. Ein anderer Nutzer sah den Beitrag und erstattete prompt Anzeige. Deshalb saß der Arbeitslose nun auf der Anklagebank des Landesgerichtes in Eisenstadt - und bekannte sich schuldig.

Verärgert über die Asylpolitik und darüber, dass er mit 63 keinen Job mehr findet, sei er gewesen. Und die Medikamente gegen seine Angstzustände hätten ihn enthemmt. So erklärte der Arbeitslose gegenüber Richterin Doris Halper-Praunias seine verbale Entgleisung im Internet. In der Facebook-Gruppe "Club Kornblume" hatte jemand die Frage gestellt, ob kriminelle Flüchtlinge abgeschoben gehören. Daraufhin hatte der Angeklagte gepostet: "Die gehören vernichtet." Laut Staatsanwaltschaft erfüllt das den Tatbestand der Verhetzung, worauf immerhin bis zu drei Jahre Haft stehen.

Der Angeklagte gestand von Anfang an, den Beitrag verfasst zu haben, "ohne wirklich böse Absicht". Ein als Zeuge geladener Polizist erklärte dann auch: "Da haben wir schon viel schlimmere Sachen gesehen. Außerdem hat sich der Herr kooperativ gezeigt und sogar erlaubt, dass wir in seiner Wohnung Nachschau halten". Fazit: keinerlei Hinweise auf rechtsextremes Gedankengut. Das rechtskräftige Urteil: drei Monate bedingt. "Ich halt mich vom Internet fern, versprochen, Euer Ehren", sagte der 63-Jährige zum Schluss.

Kronen Zeitung

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