Mi, 13. Dezember 2017

Nach Teheran-Terror

08.06.2017 11:27

Iran: "USA und Saudis in Anschläge verwickelt"

Die iranischen Revolutionsgarden schreiben den USA sowie Saudi-Arabien eine "Verwicklung" in den Doppelanschlag in Teheran zu. Dass US-Präsident Donald Trump kurz zuvor "eine der reaktionärsten Regierungen in der Region", nämlich die saudische, besucht habe, sei "sehr bedeutungsvoll" und zeige, "dass beide Länder in diese grausame Aktion verwickelt" seien, teilte die Eliteeinheit mit. Eine Kondolenzbekundung von Trump anlässlich des Terrors in Teheran wies der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif am Donnerstag als "widerlich" zurück.

Bei seiner Visite in Saudi-Arabien hatte Trump insbesondere den Iran angegriffen und erklärt, das Land habe den Terror und Konflikte zwischen den Religionsgemeinschaften angefacht. Zudem schloss der US-Präsident einen Mega-Rüstungsdeal in Form von Waffenbestellungen der Saudis bei US-Firmen in dreistelliger Milliardenhöhe ab. Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei übte daran heftige Kritik und bezeichnete die saudische Führung als "Idioten" und "Milchküche für die Amerikaner".

Iran weist "widerliche" Kondolenz von Trump zurück
Zu den Anschlägen in Teheran hatte Trump am Mittwoch erklärt, er habe für die Opfer gebetet. Zugleich fügte er aber hinzu: "Staaten, die den Terrorismus fördern, riskieren, selbst Opfer des Bösen zu werden, das sie unterstützen." Zarif schrieb dazu am Donnerstag auf Twitter: "Widerliche Erklärung des Weißen Hauses ... Das iranische Volk weist solche angeblichen US-Freundschaftsbekundungen zurück."


Tote und Verletzte bei Angriffen auf Parlament und Mausoleum
Die teils als Frauen verkleideten Attentäter hatten am Mittwoch in Teheran nahezu gleichzeitig das Parlament und das Grabmal von Revolutionsführer Ayatollah Khomeini angegriffen. Dabei starben nach Angaben der Behörden zwölf Menschen, mehr als 40 weitere wurden verletzt. Sechs Attentäter seien getötet worden oder hätten sich in die Luft gesprengt.

Teheran: Attentäter waren iranische IS-Anhänger
Die Terrormiliz Islamischer Staat übernahm die Verantwortung für die Taten. Es waren die ersten Anschläge der sunnitischen Extremisten im schiitischen Iran. Laut der Regierung in Teheran seien die Attentäter Iraner gewesen, die sich dem IS angeschlossen hatten. Die Miliz drohte zudem mit weiteren Anschlägen in dem Land.

Der Terror in Teheran könnte den Dschihadisten viel Prestige und Zulauf unter Sympathisanten bescheren, denen Angehörige der schiitischen Glaubensrichtung abgrundtief verhasst sind. Das kann der IS gut gebrauchen, denn in seinem Kerngebiet in Syrien und dem Irak steht er bereits seit einiger Zeit mit dem Rücken zur Wand.

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