Sa, 21. Oktober 2017

Erste Solarroute

07.06.2017 16:58

Gratis Strom „tanken“ in Salzburg

Schön langsam gehen die Ausreden aus. Elektro-Fahrzeuge werden leistbarer, fahren mittlerweile 400 Kilometer am Stück, laden sich schneller auf. Und aus dem Pinzgau kommt eine Weltneuheit, die alles auf den Kopf stellen könnte. Firmen stellen flächendeckend gratis Strom zur Verfügung. Die Idee eines "Verrückten".

So bezeichnet sich Wirtschaftsberater Roland Haslauer von GFB Partner nämlich selbst - im positiven Sinn. Denn: Seine weltweit erste freie Solarroute könnte der Quantensprung sein, den die Elektro-Mobilität braucht, um sich endlich zu etablieren. Denn: In Salzburg fahren nicht einmal 1000 Autos mit Strom. Zählt man die Hybrid-Fahrzeuge dazu, kommt man auf nicht mehr als 2300.

"Unsere Ideen schmecken den großen Autokonzernen und der Öl-Industrie natürlich nicht, aber ich glaube fest daran", betont Haslauer. Sein Prinzip ist so einfach wie genial: 27 Unternehmen in ganz Salzburg stellen ihren überschüssigen Sonnenstrom gratis zur Verfügung. So entsteht ein dichtes Netz von Zapfsäulen. Als "i-Tüpfelchen" werden die "Tankstellen" auch noch komplett in Salzburg hergestellt, die Wertschöpfung bleibt bei uns. "Und ich habe noch etwas für die Zweifler", sagt Haslauer und rechnet vor: "300.000 Autos fahren in Salzburg. Sie brauchen 260 Millionen Liter Sprit pro Jahr, dafür zahlen wir 300 Millionen Euro und blasen 456.000 Tonnen CO2 in die Luft. Das Geld wäre in der Region besser angelegt." Da stimmt auch Energie-Landesrat Sepp Schwaiger zu: Das Land hat das Projekt gefördert. Eine gute Investition." Selbst alle Autos mit Strom fahren zu lassen, wäre möglich - ohne die Landschaft mit Solarzellen zuzupflastern. Laut Haslauer bräuchte man für die rund 1000 Elektro-Fahrzeuge in Salzburg eine Photovoltaik-Fläche von zwei Fußballplätzen. "Wären alle 300.000 Autos elektrisch betrieben, kämen wir selbst in diesem Fall mit drei Quadratkilometer Fläche aus."

Durch solche Fakten hat Haslauer heimische Unternehmer überzeugt. Stiegl zum Beispiel, wo man zwei Ladesäulen installiert hat. Aber auch die Gemeinde Krimml, wo jetzt Strom vom Dach der Volksschule und des Kindergartens Fahrzeuge antreibt. "Früher war die Säule verwaist, jetzt sehe ich dort oft ladende Fahrzeuge. Es bewegt sich was", so Bürgermeister Erich Czerny.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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