Do, 14. Dezember 2017

Acht Stichwunden

07.06.2017 13:11

"Löwe von London" stellte sich Killern in den Weg

Er wird als "Der Löwe von der London Bridge" gefeiert: der 47-jährige Roy Larner. Achtmal stachen die Terroristen in der Nacht auf Sonntag auf den Fußballfan ein, nachdem er sich ihnen mit "Fuck you, I'm Millwall!" entgegengestellt hatte. Am Dienstag konnte er die Intensivstation verlassen.

Unbewaffnet hatte Larner gegen die Terroristen Khuram Butt, Rachid Redouane und Youssef Zaghba im Restaurant Black & Blue in Borough Market gekämpft, nachdem diese zunächst auf der London Bridge zahlreiche Menschen mit einem Van niedergefahren und getötet hatten.

Video: Menschen fliehen vor dem brutalen Terror in London

Dann kamen sie in das Restaurant und zogen Messer. "Zuerst ist einer von ihnen auf mich zugekommen, hat auf mich eingestochen. Als ich mich gewehrt habe, sind die anderen zwei auch hergekommen, um ihm zu helfen", schilderte Larner - in seinem Krankenbett liegend - in der TV-Show "Good Morning Britain". Insgesamt acht Stich- und Schnittwunden erlitt der 47-Jährige bei der Attacke - in den Kopf, den Nacken, die Brust, die Hände.

"Ich habe nur an die Familien und Kinder gedacht, die es aus der Bar raus schaffen sollten", so Larner. "Fuck you, I'm Millwall!", habe der Fußballfan gebrüllt. Etwa 45 Sekunden habe es gedauert, dann seien die Männer von der Polizei erschossen worden.

Video: Panik in London: Hier stürmt die Polizei eine Bar

"Jetzt sind sie tot - und ich bin am Leben"
"Du weißt ja nicht, wer die sind, um was es da geht", erklärte Larner. "Du machst das automatisch." Allerdings räumte er scherzweise ein, dass es schon sein könnte, dass er "ein bisschen hirntot" sei, dass er sich den bewaffneten Männern in den Weg gestellt hat. Aber: "Wenn Menschen ausgehen und ihr Leben genießen wollen, dann willst du nicht, dass solche Leute gewinnen." Und jetzt seien sie tot - und er am Leben.

Zahlreiche Gäste konnten sich durch ihn in Sicherheit bringen
Einschätzungen zufolge hat die mutige Aktion tatsächlich mehrere Menschenleben gerettet, denn während Larner gegen die Männer gekämpft habe, hätten sich zahlreiche Gäste des Restaurants in Sicherheit bringen können. Der 47-Jährige musste notoperiert werden, konnte die Intensivstation aber am Dienstag verlassen.

Von seinen Freunden, die überglücklich sind, dass ihr Held noch am Leben ist, hat Larner übrigens ein sehr nettes Genesungsgeschenk bekommen: ein Buch mit dem Titel "Learn To Run".

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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