Mo, 11. Dezember 2017

High-Tech-Behandlung

06.06.2017 15:49

Neue Wege in der Intensivmedizin

Personalisierte Medizin ist das Schlagwort der vergangenen Jahre. Dabei wird nicht nach Schema F vorgegangen, sondern jede Eigenheit eines Patienten in der Behandlung berücksichtigt. Was in der Krebs-Therapie schon gut funktioniert, hält nun auch in der Intensivmedizin Einzug. Doch das ist eine komplexe Aufgabe.

Die Intensivstation der Inneren Medizin, eine von 16 Intensivstationen an der Klinik Innsbruck. Hier werden im Jahr rund 1300 Patienten versorgt. Menschen mit Lungenversagen, Blutvergiftung, Herz-Kreislauf-Stillstand.

Für diese Patienten beschreitet die Medizin jetzt neue Wege. "Vor 30 Jahren lautete das Ziel, standardisierte Verfahren zu entwickeln. Heute ist die technische Entwicklung so weit, dass wir individuelle Behandlungen anwenden können. Der Eingriff soll so minimal wie möglich sein, der Einsatz technischer Hilfsmittel so groß wie nötig", formuliert Prof. Michael Joannidis, Leiter der Intensivstation, den Paradigmenwechsel.

Biomarker helfen

Mit Hilfe so genannter Biomarker können biologische Prozesse rasch bewertet werden. Joannidis nennt das Beispiel Infektion: "Wir können heute schnell die Art der Infektion feststellen und Antibiotika gezielter einsetzen. Auch ein drohendes Organversagen wird durch Biomarker gut vorhersehbar."

Individuelle Pflege

Aber nicht nur in der Akutversorgung, auch in der Pflege wird immer mehr auf die individuellen Voraussetzungen von Patienten eingegangen. Die leitende Diplompflegerin Regina Oberthaler betont, dass das familiäre Umfeld, aber auch das Einfühlungsvermögen der Pflegekräfte bei der Genesung eine wichtige Rolle spielen. Um diese Kräfte zu nutzen, werden seit einiger Zeit Intensiv-Tagebücher geführt und ein Angehörigen-Telefon für den Kontakt mit der Familie betreut.

Tagung in Innsbruck

800 Fachleute diskutieren von 7. bis 10. Juni bei einem Kongress in Innsbruck über neue Wege der Intensivmedizin. Vieles wird in einigen Jahren möglich sein. Noch steht man in der Entwicklung der personalisierten Intensivmedizin am Beginn.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden