So, 27. Mai 2018

Grandioser Abschluss

06.06.2017 13:58

"Rock in Vienna": Auf die Toten Hosen ist Verlass

Viel wurde diskutiert in den vergangenen Wochen über das Line-up des diesjährigen "Rock in Vienna": zu soft, zu poppig, zu weich, hieß es. Was für die ersten drei Tage (mit Abstrichen) vielleicht zutraf, wurde am Pfingstmontag allerdings eindrucksvoll auf den Kopf gestellt. Gitarren, Bass, Schlagzeug, bengalisches Feuer: Mit den Toten Hosen wurde man dem Festivalnamen mehr als gerecht. Nicht nur an "Tagen wie diesen".

Die deutsche Punkband, die schon stolze 35 Jahre auf diversen Bühne absolviert hat, ist heuer gewissermaßen allgegenwärtig. Mit der neuen Platte "Laune der Natur" oder mit einem Wohnzimmerkonzert in Wien wusste man die Fans aufs Neue zu überzeugen. Und speziell der Gig am "Rock in Vienna" unterstrich ein weiteres Mal, dass Campino und Co. kaum zu schlagen sind, wenn es mehrere Tausend Zuschauer zu überzeugen gilt.

Wobei die Gruppe sowohl auf neue Stücke wie das Titellied oder "Wannsee" setzte wie auch Klassiker im Stile von "Pushed Again" oder "Bonnie & Clyde" (einem frisch vermählten Ehepaar gewidmet) in den Wiener Nachthimmel schleuderte. Ein enorm ausgewogener Sound war der große Pluspunkt für die Gruppe, die sich keine Blöße gab und trotz Festivalstress ihre Zeit zu nutzen wusste. Interaktion, auf Tuchfüllung mit den Anhängern? Ja, das ist immer eine sichere Bank bei den Hosen. Dementsprechend auch kein Wunder, dass die lang gedienten Fans von Beginn an mit Feuer und Fahnen die Liebe zurückgaben.

Wobei festzuhalten gilt: Auch die Berliner Beatsteaks wussten ihre Fanschar zu motivieren. Die Band, die Anfang September mit "Yours" eine Doppelplatte in die Läden bringt, war von der ersten Sekunde an auf Anschlag und gab der Menge genau jenes Futter, das scheinbar so sehnsüchtig erwartet wurde. Alte Stücke wie "Summer", "Let Me In" oder "Hand In Hand" reichten für staubige Action im Moshpit, während neue Ware wie "40 Degrees" zwar etwas verhalten, letztlich aber durchaus wohlwollend aufgenommen wurde.

Wer springen wollte, war aber vielleicht sogar schon zuvor nicht unzufrieden: Marteria war zwar der Paradiesvogel am Montag, gab es ansonsten durch die Bank harten Rock zu erleben. Mit seiner Mischung aus Hip-Hop, Electro und einigen punkigen Einflüssen konnte er aber überzeugen, besonders was die Animation betraf. Wo zuvor The Living End oder Clutch noch relativ viel investieren mussten, um auch anzukommen, war der Rapper von Anfang an bei den Fans und brachte die Energie eins zu eins in die dicht gedrängten Reihen.

25.000 Besucher am Abschlusstag
Insgesamt gab es mit rund 25.000 Fans am Abschlusstag den größten Ansturm auf das diesjährige "Rock in Vienna". Ein Festivalfinale mit bestem Wetter und dem besten Line-up. Wobei sich das Publikum freuen darf, sind die Hosen doch weiterhin viel unterwegs in Österreich: Am 14. August in Wiesen und am 15. August in der Olympiahalle Innsbruck. Eine bessere Werbung kann man wohl kaum machen.

Christoph Griessner, APA

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Naht der Abschied?
Ronaldo rätselhaft: „Es war sehr schön bei Real!“
Fußball International
Nach Reals CL-Triumph
Zidane jubelt: „Das ist ein historischer Moment!“
Fußball International
Frühzeitiges Final-Aus
Das Salah-Drama! Jetzt wackelt sogar die WM
Fußball International
Unglücksrabe
Karius bittet unter Tränen um Entschuldigung
Fußball International
„Sargnagel“ Karius
Liverpool-Goalie schenkt Real Madrid den CL-Titel!
Fußball International
Irres CL-Finale
Jahrhundert-Tor im Schatten zweier Mega-Patzer
Fußball International
Es ging heiß her
CL-Finale: Die Eröffnungsshow in Bildern
Fußball International

Für den Newsletter anmelden