So, 25. Februar 2018

Verfeindete Clans

06.06.2017 10:51

Camorra-Krieg in Neapel: Acht Morde in elf Tagen

Neapel erlebt einen Krieg rivalisierender Camorra-Clans, der Mafia in der Vesuvstadt. Acht Morde wurde in den vergangenen elf Tagen verübt. In der Nacht auf Dienstag wurde ein vorbestrafter 32-Jähriger mit Schusswunden ins Spital eingeliefert, wo er starb. Am Samstag war im Zentrum des Vororts Afragola ein 52-Jähriger mit Verbindungen zum einflussreichen Cennamo-Clan ermordet worden. Die Serie hatte am 25. Mai begonnen, als ein 72-Jähriger mit Verbindungen zum Clan Moccia erschossen worden war.

20 Personen wurden am Dienstag im Rahmen einer Razzia in den Vierteln Scampia und Secondigliano, in denen die Camorra-Clans Di Lauro und Vanella Grassi besonders einflussreich sind, festgenommen. "Es ist unbestreitbar, dass das organisierte Verbrechen wieder verstärkt mordet", berichtete der Anti-Mafia-Pfarrer der Diözese Neapel, Tonino Palmese.

Ein beispielloser Krieg um die Kontrolle des Territoriums und der illegalen Aktivitäten wie Drogen- und Waffenhandel sowie Prostitution und Wucher tobe im Großraum von Neapel, der fast vier Millionen Einwohner zählt, sagte der neapolitanische Bestsellerautor Roberto Saviano. Selbst die im Kampf gegen die Kriminalität eingesetzten Behörden erklärten sich angesichts dieser Gewaltwelle machtlos.

Die Ermittlungsbehörden äußerten sich zunächst nicht zu etwaigen Zusammenhängen zwischen den einzelnen Verbrechen. Aber alle Opfer schienen Verbindungen zu einem der verschiedenen Clans zu haben. Neapels Bürgermeister Luigi de Magistris warf der italienischen Regierung vor, seine Stadt nicht genügend beim Kampf gegen das Verbrechen zu unterstützen.

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