Sa, 25. November 2017

Wanderer in Not

06.06.2017 11:09

Retter bargen drei Bergopfer

Drei Rettungen von Wanderern beschäftigten am Pfingstwochenende in Oberösterreich die Bergretter - durch den tragischen Vorfall im steirischen Trofaiach mit zwei Todesopfern war Rettern und Geretteten besonders bewusst, dass am Berg immer ein hohes Risiko bleibt.

Es waren vor allem gesundheitliche Probleme, die den Alpinisten am Wochenende in den oberösterreichischen Bergen zu schaffen machten: Ein 56-jähriger Pensionist aus Stadt Haag (NÖ) hatte mit seiner Frau eine Bergtour im Reichraminger Hintergebirge unternommen. Schon bald bekam der Mann Atem- und Kreislaufprobleme, bei der Anlaufalm angekommen, brach er mit einer Herzattacke zusammen. Die Hüttenwirtin holte sofort Hilfe, ein Rettungsheli flog den Kranken ins Spital. Ein ähnlicher Notfall spielte sich bei der Mittelstation am Dachstein ab, wo ein 48-jähriger Wanderer aus Graz Schmerzen in der Brust bekam. Die Bergrettung war rasch zur Stelle - siehe Interview.

Und am Hernlersteig am Traunstein stürzte ein Bergsteiger aus Wien in 700 Metern Höhe, verletzte sich an der Schulter. Nach Erstversorgung durch einen Bergrettungsarzt wurde er von der Bergrettung Gmunden ins Tal transportiert und dem Roten Kreuz übergeben.

"Versuchen, Gefahr minimal zu halten"

Florian Höll von der Bergrettung Obertraun leitete den Einsatz am Dachstein und wusste vom tödlichen Drama in der Steiermark.

Der Steirer war gut ausgerüstet und ein erfahrender Wanderer - dass er plötzlich Herzprobleme bekam, war schlicht Pech?
Es kann immer etwas passieren. Der Mann hat sicher nicht unvorsichtig gehandelt. Zum Glück war ein Kollege gerade zum Mittagessen in der nahen Schönbergalm, schnappte sich von der Seilbahn einen Defibrilator und war rasch vor Ort.
Der Transport ins Spital gelang problemlos?
Nach der Erstversorgung wurde der Patient per Tau vom Hubschrauber "C 6" geborgen und ins Spital geflogen.
Bei genau so einer Taubergung passierte in der Steiermark jetzt ein tödliches Unglück. Wird man nachdenklich?
Natürlich sind wir alle sehr betroffen. Aber anderen zu helfen, ist eine Lebenseinstellung, die jetzt sicher kein Bergretter aufgeben wird. Wir sind gut geschult und versuchen, die Gefahr so minimal wie möglich zu halten.

Jasmin Gaderer, Kronen-Zeitung

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