Mi, 22. November 2017

„Schnell gegangen“

05.06.2017 15:58

ÖFB-Hoffnung Kevin Danso - schon mit 18 eine Macht

Er ist eine echte Erscheinung. Mit gerade einmal 18 Jahren hat es Kevin Danso ins österreichische Fußball-Nationalteam geschafft. Die Physis des Innenverteidigers vom deutschen Bundesligisten FC Augsburg gilt als dessen ganz große Stärke. In seinem ersten Teamlehrgang will der in England aufgewachsene ÖFB-Hoffnungsträger vor allem lernen.

In Augsburg hat Danso im Frühjahr den Durchbruch geschafft. "Die letzten sechs Monate ist alles sehr schnell gegangen", schilderte der Shooting-Star im ÖFB-Trainingslager in Stegersbach. "Es war eine schwierige Zeit, weil ich gleichzeitig meinen Abitur-Abschluss machen musste. Das war ein bisschen stressig." Seine Deutschkenntnisse sind gut. Dabei musste Danso die Sprache, als er 2014 in den Augsburg-Nachwuchs wechselte, fast neu lernen. Der Sohn ghanaischer Eltern ist in Voitsberg geboren. Als er sechs Jahre alt war, wanderte die Familie aus, nach Milton Keynes nördlich von London. Seine Eltern und seine beiden älteren Brüder leben immer noch dort.

Bis zur U15 spielte Danso im Nachwuchs der MK Dons - und in der Schule auch drei Jahre Rugby. "Wie man sieht, bin ich sehr groß und stark", sagt der 1,90-Meter-Mann mit einem fast schüchternen Lächeln. Die Attribute haben ihn bis ins Nationalteam geführt. Die U21 hat der Augsburg-Legionär ausgelassen, alle anderen ÖFB-Nachwuchsauswahlen hat er durchlaufen. Dabei wäre der Verband beinahe gar nicht auf das Talent aufmerksam geworden. Einer seiner Brüder stellte ihn einst per E-Mail beim ÖFB vor. Theoretisch dürfte Danso auch für Ghana, das Geburtsland seiner Eltern spielen. Kontakt mit dem dortigen Verband habe es aber nie gegeben. "Zumindest weiß ich davon nichts."

In der Steiermark lebt nur noch seine Tante. Für Österreich zu spielen, erfüllt ihn aber mit Stolz. "Am Anfang habe ich es gar nicht glauben können", sagte Danso über die Einberufung durch Teamchef Marcel Koller. Die vergangenen Monate waren aufregend. Anfang März das Debüt in der deutschen Bundesliga. Danso: "Danach konnte ich zwei Tage nicht schlafen." Im ÖFB-Teamcamp teilt er sich ein Zimmer mit Klubkollege Martin Hinteregger. Auch in Augsburg sei der Kärntner eine wichtige Ansprechperson. "Er hat mich unter die Flügel genommen. Bei allen Sachen kann ich zu ihm kommen. Es hilft sehr, ihn hier dabei zu haben." Dazu könne er sich auch spielerisch von seinem Abwehr-Nebenmann viel abschauen.

Danso selbst hat in seiner Karriere schon fast alle Positionen gespielt, sogar Stürmer. Angekommen ist er in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld. Dort kann er seine Qualitäten am besten ausspielen. "Ich fühle mich überall wohl." Auch im ÖFB-Nationalteam, das für seine Entwicklung nur förderlich sein kann. "Ich merke jetzt schon, dass man richtig viel tun muss, um da mithalten zu können", schilderte Danso seine ersten Trainingseindrücke. "Da sind Spieler wie Julian Baumgartlinger oder David Alaba, das ist richtig hohes Niveau." Ein Level, an das er sich gewöhnen will. Dansos Vertrag in Augsburg läuft bis 2021. Das Ziel des Hünen: "Ich will mal auf Topniveau spielen."

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