Do, 14. Dezember 2017

50-mal Jupiter

03.06.2017 07:31

Riesiger Exoplanet mit Mega-Ringsystem entdeckt

Im Sternbild Orion haben Forscher einen gigantischen Exoplaneten samt Ringsystem entdeckt, der vermutlich die 50-fache Masse des Jupiters besitzt. Er kreist um einen rund 1000 Lichtjahre von der Erde entfernten Stern mit dem Katalognamen PDS 110 und dunkelt dessen Licht um fast 30 Prozent ab, wenn er an ihm vorbeizieht.

Entdeckt haben Astronomen den gigantischen Exoplaneten u.a. mithilfe des SuperWASP-Projektes - einer automatischen Suchmaschine für extrasolare Planeten - sowie des Kilodegree Extremely Little Telescope (KELT). Bereits zweimal - im November 2008 und im Jänner 2011 - habe man beobachten können, wie der Mega-Planet das Licht seines Zentralgestirns für jeweils zwei Wochen abdunkelte, berichtet ein internationales Forscherteam um Hugh Osborn von der University of Warwick (England) im Fachjournal "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society".

"Wir glauben, dass die Verfinsterung durch den Transit eines Objektes mit einer Umlaufdauer von 808 Tagen verursacht werden", so der Astronom. Berechnungen zufolge dürfte der Exoplanet seinen Stern in einer Entfernung von rund 50 Millionen Kilometern umkreisen. Aus dem Umstand, dass bei der Verfinsterung jeweils Sprünge in der Helligkeit auftreten, folgern die Forscher, dass der Planet Ringe besitzen muss, die beträchtlich größer sind als jene des Saturns (Bild unten).

Bilden sich im Staubring gerade Monde?
Vermutlich ist der gigantischen Exoplanet von einem dichten Staubring umgeben, in dem sich möglicherweise gerade Monde bilden, so die Wissenschaftler. Ob ihre Annahme tatsächlich stimmt, wollen sie im September im Detail überprüfen. Dann nämlich soll sich die nächste Verfinsterung des Sterns PDS 110 ereignen, die - weil dieser sehr hell ist - sogar Amateur-Sterngucker beobachten können. "Wir hoffen zu beweisen, dass wir hier tatsächlich einen riesigen Exoplaneten und seine Monde in der Entstehungsphase sehen", wird Osborn auf der Website der University of Warwick zitiert.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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