Sa, 16. Dezember 2017

Groteske um Pässe

01.06.2017 15:05

Wahltiroler aus Türkei verliert Staatsbürgerschaft

Mehmet Altin hat vor 30 Jahren Österreich als neue Heimat auserkoren, sich in Tirol eine Existenz aufgebaut. 1995 erhielt er den rot-weiß-roten Pass. Mit der Rückgabe des türkischen, so dachte er, sei alles erledigt. Nun wurde ihm aber die österreichische Staatsbürgerschaft aberkannt!

"Jetzt habe ich einen Termin am Konsulat, bekomme ich keinen türkischen Pass, bin ich staatenlos", schüttelt Mehmet Altin den Kopf. Der Familienvater ist in Anatolien geboren, seine Kinder können kein Türkisch, sind katholisch getauft. Doch der Tiroler Amtsschimmel besteht darauf, dass der Kurde Türke bleibt - jetzt ist der österreichische Pass weg!

50-Jähriger liebt die Berge
Mehmet spricht Tiroler Dialekt, liebt die Berge und fährt gerne Ski. Zusammen mit seiner Lebensgefährtin betreibt der 50-Jährige unter anderem einen Campingplatz in Ehrwald.

Angeblich hat er nach dem Austritt aus der türkischen Staatsbürgerschaft diese - wie viele ehemalige Landsmänner - sofort wieder beantragt. Das entsprechende Schriftstück bekam er aber trotz Anfragen nie zu sehen. "Hätte ich gewusst, dass ich Doppelstaatsbürger bin, hätte ich ja nie ein türkisches Visum beantragen müssen."

"Hätte mir mehr Rückhalt vom Land erhofft"
Jetzt brauche niemand mehr von Integration zu reden. "Als Steuerzahler in Österreich hätte ich mir mehr Rückhalt vom Land erhofft", ist Herr Altin über den Bescheid und den finanziellen Aufwand von etwa 2000 Euro enttäuscht.

Martina Münzer, Kronen Zeitung

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