Mo, 11. Dezember 2017

Jörg Leichtfried:

01.06.2017 08:39

"Trassen prüfen, aber es gibt einen Favoriten"

Man einigte sich auf ein Maßnahmenpaket: Infrastrukturminister Jörg Leichtfried, LH Peter Kaiser und alle anderen Akteure wollen den Bahnlärm am Wörthersee mit höheren und neuen Lärmschutzwänden sowie leiseren Garnituren und einer "Strafmaut" für laute Züge bekämpfen. Überraschung des Treffens in Klagenfurt: Alle Trassen, auch die Tunnelkette, werden noch einmal geprüft.

Herr Minister, 2005 wurde das Projekt einer Tunnelkette zwischen Klagenfurt und Villach bereits vorgestellt. Warum dauert in Österreich alles so lange? In dieser Zeit bauen die Chinesen 1000 Kilometer Autobahn

Bei Bauten haben wir ein System, das nicht sehr tempofördernd ist. Da könnte man etwa mit einer Verfahrenskonzentration und einer Zeitbegrenzung für Verfahren entgegenwirken.

Nun soll mit höheren und mehr Lärmschutzwänden an der Bestandstrasse entlang des Sees versucht werden, die Auswirkungen der Zug-Lawine nach Fertigstellung der Koralmbahn zu minimieren. Von einer Tunnelkette ist keine Rede mehr

Wir prüfen alle Trassen noch einmal. Man muss ja versuchen, die Sachen beim Finanzminister durchzubringen. Aber eines ist klar: Jetzt ist der Süden dran! In die Eisenbahninfrastruktur in Kärnten werden mittelfristig zwei Milliarden investiert.

Wann sind die Prüfungen der Trassen abgeschlossen?

Bis 2020 ist die Studie fertig. Wir prüfen noch einmal, was es alles an Trassen gibt, aber es scheint einen Favoriten zu geben.

Eine Hochleistungsbahn durch den touristischen Zentralraum eines Landes, nur wenige Meter von Hotels und Ruhezonen entfernt. Kann das überhaupt funktionieren?

Einerseits bringen die Züge Gäste, andererseits machen Güterzüge natürlich Lärm. Da wird es eine lärmabhängige Maut geben.

Jetzt sind sich alle einig. Aber wird diese Einigkeit auch halten, wenn es zu ersten Belastungen durch Lärm kommt? Wenn neue Bürgerinitiativen auftauchen?

Um das zu gewährleisten, installieren wir ja einen Lenkungsausschuss, der neu auftauchende Probleme bearbeiten und Einigungen suchen soll.

Apropos Lärm: Der grüne Landesrat Rolf Holub will Tempo 100 auf der Autobahn entlang des Wörthersees durchsetzen. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Das ist Landessache, in die ich mich nicht einmischen und die ich nicht kommentieren möchte. Das Immissionsgesetz Luft fällt in die Länderkompetenz.

Die Wörtherseeautobahn ist von meterhohen Lärmschutzwänden eingeboxt. Die Leidtragenden von Tempo 100 wären die Pendler. Werden Sie Holub stoppen?

Ich halte mich an das, was die Länder wollen. Ich respektiere den Föderalismus.

Bleiben wir noch beim Autoverkehr: Wann wird mit dem Bau der zweiten Röhre des Karawankentunnels begonnen? Hält der Termin Dezember 2017?

Die Termine halten, zweiröhrige Tunnels sind unsere Hauptstrategie im Straßenbau. Da geht es natürlich um die Sicherheit.

Ist auch die Finanzierung mit Slowenien gesichert?

Diesbezüglich ist alles unter Dach und Fach.

Die Steiermark wird vor allem im Gebiet Graz Testregion für selbstfahrende Autos. Ist in Kärnten ebenfalls eine Teststrecke geplant?

Das ist durchaus möglich, es läuft nur umgekehrt. Wir definieren diese Strecken ja nicht, wir ermöglichen aber solche Tests dort, wo jemand testen möchte.

Fritz Kimeswenger, Kärntner Krone

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