So, 22. Oktober 2017

Unfall

31.05.2017 17:30

Alle drei vermissten Bergsteiger tot aufgefunden

Die Ereignisse in den letzten Tagen haben sich überschlagen. Gleich drei als vermisst Gemeldete wurden tot aufgefunden: Ein Bergsteiger (28) aus Tirol stürzte in Leogang ab, ein 47-Jähriger aus dem Attergau am Untersberg und das Skelett des seit August 2015 abgängigen Studenten aus Chile wurde in Bayern gefunden.

Heftiges Unwetter am Dienstagabend. Die unermüdlichen Bergretter rückten trotzdem aus. Noch in der Nacht suchten sie im sehr steilen Gelände in Leogang mit Hunden nach einem vermissten 28-jährigen Tiroler. Anfangs vergebens. Der Einsatz musste gegen zwei Uhr abgebrochen werden. Vier Stunden später wurde er fortgesetzt. "Insgesamt suchten 31 Bergretter nach dem Tiroler", so Bernd Tritscher, Bezirksleiter der Pinzgauer Bergrettung. Auch ein Hubschrauberteam der Polizei wurde hinzugezogen.

Via Handyortung durch die App "Find my phone" konnte der 28-jährige Bergsteiger schließlich beim Einstieg zum Leogang Süd Klettersteig gefunden werden - tot. Warum er abgestürzt ist, ist noch unklar.

Ein ähnliches Szenario spielte sich Dienstag am Untersberg ab. Gegen Mittag setzte ein 47-Jähriger Oberösterreicher einen Notruf ab, dass er beim zweiten Gipfelkreuz abgestürzt und auf den Rücken gefallen sei. Unmittelbar nach dem Hilferuf brach die Telefonverbindung ab. Die sofort eingeleitete Suchaktion durch insgesamt 40 Retter musste zwischenzeitlich aufgrund des schweren Gewitters abgebrochen werden. Am Mittwochmorgen wurde wieder der gesamte Gipfelbereich sowie der Rosittenbach abgesucht und das Polizeihubschrauberteam unterstützte mittels Wärmebildkamera. Gegen 14.15 Uhr wurde der Abgängige im Bereich "Grödiger Törl" gefunden. Der Attergauer dürfte sich verstiegen haben. Er wurde von den Einsatzkräften tot geborgen.

Tragische Klärung auch im Fall des seit August 2015 vermissten Studenten aus Chile, der von Wien nach Salzburg gereist war. Das Bundeskriminalamt, Interpol sowie Fahnder aus Salzburg und Bayern suchten seitdem vergebens nach dem Vermissten. Am Sonntag die Wende: Wanderer fanden in Schönau am Königssee abseits eines Klettersteiges einen Rucksack. Bergretter und Alpinpolizisten machten sich auf zur Fundstelle und entdeckten schon nach kurzer Zeit ein Skelett. Gerichtsmediziner aus München identifizierten am Dienstag den 24-jährigen Chilenen. Ohne Zweifel ist von einem tödlichen Bergunfall auszugehen.

Das Skurrile dabei: Am Mittwochabend strahlte das ZDF eine Spezialsendung von "Aktenzeichen XY" zu genau diesem Fall aus.

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

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