Fr, 15. Dezember 2017

Erzdiözese

31.05.2017 16:27

Das ist der neue Weihbischof

Die Nachricht aus Rom erfreute den Erzbischof: Nach monatelangem Zögern hat der Vatikan nun dem Vorschlag zugestimmt, Generalvikar Hans Jörg Hofer (65) zum Weihbischof zu ernennen. Andreas Laun wird am 13. Oktober 75 Jahre alt.

Damit erreicht der derzeitige Weihbischof das kirchliche Pensionsalter. Vermutlich wird er aber noch einige Zeit im Amt sein.

Bei einem Gespräch zwischen Erzbischof Franz Lackner und Andreas Laun war man zur übereinstimmenden Ansicht gelangt, rechtzeitig einen Nachfolger in Position zu bringen.

Im Bischofshaus erzählt man sich, Lackner würde jeden Abend aufatmen, wenn ein Tag ohne umstrittene Wortmeldung von Andreas Laun vergangen sei.

Die "Verteidigung Europas"
Zweifelsohne ein negativer Höhepunkt war die Tatsache, dass der Weihbischof als Gastredner mit dem Vortrag "Die Verteidigung Europas" bei einem Kongress in Linz auftreten wollte. Dort waren rechtsextremistische Gruppierungen aus mehreren Ländern Gastgeber.

Händeringend habe der Erzbischof "Bruder Andreas" gebeten, darauf zu verzichten. Dem Erzbischof ging es vor allem um das verheerende Echo in den internationalen Medien.

Heftig kritisiert wurde Laun in der Bischofskonferenz für sein wohlwollendes Eintreten für den freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer.

Gender-Ideologie: "Lüge des Teufels"
Aber Laun ließ sich nicht stoppen: Die Gender-Ideologie bezeichnete er als "Lüge des Teufels" und zog Vergleiche mit Hitlers Rassenwahn.

Dreier-Vorschlag stärkte Laun
Der Dreier-Vorschlag aus dem Vatikan bei der Bestellung des Nachfolgers von Erzbischof Alois Kothgasser (80) hatte Laun mental gestärkt: Er stand neben Karl Wallner (54), Ordenspriester aus Heiligenkreuz und Franz Lackner (60), beliebter Weihbischof von Graz auf der Kandidatenliste. Die Wahl fiel ohne lange Diskussion sofort auf Lackner.

Wer ist nun Hansjörg Hofer? Am 14. April 1952 in Stumm im Zillertal geboren, besuchte er das Borromäum in Salzburg, trat 1971 in das Priesterseminar ein und studierte Theologie in Salzburg und Innsbruck.

Die weiteren Stationen: Priesterweihe 1976, ab 1977 Sekretär von Erzbischof Karl Berg, Dom-Zeremoniär, 1979 Doktor der Theologie, dann Kooperator in der Stadtpfarre Hallein und 1984 Pfarrer in Mittersill und Hollersbach. Schließlich Ordinariatskanzler, Personalreferent und dann die Berufung in das Domkapitel.

Hofer ist schon Stellvertreter
Als Generalvikar seit 2006 ist der Tiroler schon Stellvertreter des Erzbischofs in allen Verwaltungsangelegenheiten.

Um den Kontakt zur Basis nicht zu verlieren, wirkt Hofer als Seelsorger in Rehhof.

Dennoch zögerte Papst Franziskus fast ein Jahr lang mit der Bestellung. Konservative Kreise dürften interveniert haben.

"Dankbar und erfreut"
Doch Franz Lackner setzte sich mit seinem Wunschkandidaten durch: "Ich bin dankbar und freue mich. Hansjörg Hofer bringt reiche Erfahrung mit." Heute wird der Weihbischof offiziell vorgestellt.

Analyse von Hans Peter Hasenöhrl, Kronen Zeitung

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