Mo, 20. November 2017

Nach „Dieselgate“

31.05.2017 10:03

VW zahlt Entschädigungen - aber nur in den USA

Kunden in den USA können sich nach dem VW-Abgasskandal über Entschädigungen von jeweils zwischen 5.100 und 10.000 US-Dollar freuen - doch im Rest der Welt gehen Besitzer von Dieselautos, die von der Manipulation betroffen sind, leer aus. In Nordamerika hat der Konzern bereits 55 Prozent der 2-Liter-Motoren mit illegaler Abgastechnik umgerüstet oder zurückgekauft.

272.000 von 475.000 Fahrzeugen in den USA hat der Autokonzern bereits in Angriff genommen - bei 80.000 größeren Modellen mit 3,0-Liter-Motoren läuft das Programm erst an. In Deutschland habe man bereits drei Viertel der betroffenen Dieselmotoren umgerüstet, hieß es. Bis im Herbst will VW alle 2,6 Millionen deutschen Fahrzeuge, die von den geschönten Abgaswerten betroffen sind, umgerüstet haben.

VW zeigt sich auch bei Verjährungsfrist nicht kulant
Doch nur US-Kunden haben auch Anspruch auf finanzielle Entschädigung, im Rest der Welt bekommen genarrte Konsumenten keinen Cent. Was Verbraucherschützer zusätzlich aufregt: Der Konzern lehnt eine Verlängerung der freiwilligen Kulanzregel ab, die Betroffene des Skandals vor Verjährung ihrer Ansprüche schützt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

VW argumentierte, einen Verjährungsverzicht erklärt zu haben, um den betroffenen Kunden Rechtssicherheit während der Umrüstung zu geben. Dies gelte auch für Fahrzeuge, bei denen der Gewährleistungszeitraum eigentlich bereits abgelaufen wäre. Der Verzicht sei zeitlich begrenzt bis zum 31. Dezember 2017. Denn: Anfang Mai hatte VW bekanntgegeben, EU-weit alle notwendigen Freigaben zur Umrüstung erhalten zu haben. Bis im Herbst solle außerdem der Rückruf abgeschlossen sein - damit entfalle ohnehin der der Grund eines Verjährungsverzichts.

In Österreich sind rund 388.000 Fahrzeuge des VW-Konzerns betroffen. Von denen sind nach Angaben der Porsche Holding derzeit bereits etwa 35.000 für Rückrufe freigegeben. 50.000 heimische Opfer der Abgasmanipulationen haben sich zu einer Sammelklage zusammengeschlossen.

Abgaswerte wurden geschönt
Volkswagen hatte 2015 zugegeben, weltweit bei mehr als elf Millionen Fahrzeugen eine illegale Software verwendet zu haben. Diese korrigierte die Abgaswerte auf dem Prüfstand nach unten. Im Straßenbetrieb sind die Emissionswerte etwa bei gesundheitsschädlichen Stickoxiden (NOx) deutlich höher.

 krone.at
Redaktion
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