Sa, 16. Dezember 2017

Unterzuckerung

05.06.2017 06:00

Gefahr durch Litschis?

Auch gesunde Lebensmittel wie altbekanntes Obst, Gemüse (darunter etwa Spinat, Kohl und Sojabohnen) oder sogar Heilpflanzen können unter bestimmten Umständen Schaden anrichten. Ein aktuelles Beispiel wird aus Indien berichtet.

Ein unerwartetes Ergebnis brachte die Aufklärung rätselhafter Todesfälle bei indischen Kindern: Ursache waren Litschipflaumen, die auch in unseren Breiten als beliebte Nachspeise verzehrt werden. Nachdem hungrige Kinder armer Familien im nordindischen Bihar unter Krämpfen an Gehirnschäden gestorben waren, stellte sich heraus, dass sie als Ersatz für das Abendessen größere Mengen an Litschis verzehrt hatten. Die medizinische Untersuchung ergab, dass dadurch in der Nacht ein massiver Abfall des Blutzuckerspiegels ausgelöst worden war. Die Kinder hatten einen tödlichen "Hypo" (Unterzucker) erlitten!

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus bei uns? Diabetiker sollten Litschikompott oder -saft lediglich als Nachspeise und nüchtern keinesfalls in größeren Mengen zu sich nehmen. Das in den Früchten enthaltene Hypoglycin A greift nämlich hemmend in den Zuckerstoffwechsel ein und senkt den Zucker im Blut mitunter auf lebensgefährliche Werte! Das kann übrigens auch Zimt in großen Mengen.

Ein anderes Beispiel für unliebsame Wirkungen populärer Pflanzen bzw. Gemüse- und Obstsorten ist die Verstärkung der Blutverdünnung bei ohnedies medikamentös behandelten Patienten durch Spinat, Kohl, Salat oder Sojabohnen. Folgen können kaum stillbare Blutungen sein. Diese wenigen Beispiele von unzähligen weiteren mögen uns wieder einmal vor Augen führen, dass an sich gesunde Lebensmittel unter bestimmten Voraussetzungen der Gesundheit auch schaden können.

Mag. pharm. Dr. Alfred Klement, Kronen Zeitung

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