Fr, 15. Dezember 2017

Polizei vor Problem

30.05.2017 12:23

Neue USB-Sticks enthalten oft alte Daten

Alte Fotos, Videos und andere Dateien wildfremder Menschen auf fabrikneuen USB-Sticks - das kommt immer öfter vor. Denn die Speicherchips hatten nicht selten bereits ein Vorleben in Smartphones. Ermittlungsbehörden stellt das vor ein Problem.

Alle paar Jahre werden Smartphones gegen ein neueres Modell ausgetauscht. Doch viele Komponenten wie Speicherchips werden nicht etwa eingeschmolzen, sondern weiterverkauft - beispielsweise an Hersteller von USB-Sticks, die daraus mit wenig Aufwand günstige Wechselspeicher produzieren.

Löschen müssen die Hersteller eventuell vorhandene Daten beim Recycling nicht - und genau das stellt Kriminalbeamte und Staatsanwälte vor ein Problem, wie laut einem Bericht der "FAZ"gleich mehrere Experten auf einer Forensiker-Tagung im baden-württembergischen Überlingen berichteten.

Sie könnten sich nicht mehr sicher sein, dass auf einem USB-Stick gefundene Dateien auch wirklich vom Besitzer des Sticks stammten - weshalb zum Beispiel beim Fund von kinderpornographischem Material die bisher oftmals vorgetragene forensische Indizienkette nicht mehr ausreiche, heißt es in dem Bericht.

Erschwerte Ermittlungen
Zwar ließe sich über die Seriennummer des Speichercontrollers in vielen Fällen ermitteln, in welchem Smartphone der Speicherchip zuvor seinen Dienst getan habe, doch dies erfordere eine internationale Zusammenarbeit zwischen Mobilfunkprovidern, Geräteherstellern und Behörden, die durch unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen in den verschiedenen Ländern jedoch erschwert werde, schreibt die "FAZ" unter Berufung auf Experten.

Löschpflicht käme für Konsumenten teurer
Abhilfe könnte eine Löschpflicht schaffen, doch Überlegungen der EU-Kommission, eine solche einzuführen, seien - wohl unter dem Druck der Hersteller - wieder fallengelassen worden. Denn die argumentieren, dass sich eine Löschpflicht direkt auf die Preise der USB-Sticks auswirken würde.

Auch Markenprodukte betroffen
Wer verhindern möchte, dass seine auf dem Smartphone gespeicherten Daten unverhofft an anderer Stelle wieder auftauchen, kann derzeit also nur eines tun: sie durch ein Zurücksetzen des Gerätes in den Werkszustand vor der Entsorgung löschen. Speicher-Recycling betreiben dem Bericht nach übrigens nicht nur Hersteller günstiger USB-Sticks. Auch Markenprodukte sollen betroffen sein.

 krone.at
Redaktion
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