Di, 12. Dezember 2017

Für Bombe gehalten

30.05.2017 12:05

Berlin: USB-Akku löste Anti-Terror-Einsatz aus

Eine selbst gebastelte USB-Ladestation, die Passanten neben einem Kanister in einem Auto entdeckt hatten, hat in Berlin zu einem Anti-Terror-Einsatz geführt. Die Polizei hielt das Bastelprojekt für eine Bombe, evakuierte einen nahen Kindergarten und rückte mit einem Entschärfungsroboter an. Nach genauerer Untersuchung konnte jedoch Entwarnung gegeben werden.

Nach den Terroranschlägen der vergangenen Monate liegen in Europa die Nerven blank. Auch in Berlin, wo kurz vor Weihnachten ein Terrorist mit einem Lkw in einen Weihnachtsmarkt gerast war und zwölf Menschen getötet hatte, befindet sich die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft. Nun hat am Montagnachmittag eine vermeintliche Autobombe in einem als gestohlen gemeldeten Fahrzeug einen Großeinsatz ausgelöst.

Passanten hatten im Stadtteil Schöneberg in einem abgestellten Auto eine verdächtige Konstruktion aus Kabeln und Klebeband entdeckt, die neben einem gelben Kanister lag. Eine Autobombe? Die herbeigerufene Polizei konnte dies nicht ausschließen und löste Großalarm aus. Die Gegend um das Auto wurde abgesperrt, ein naher Kindergarten evakuiert, ein Bombenentschärfungsroboter herbeigerufen.

Roboter und 40 Polizisten bei Großeinsatz
40 Polizisten hatten den Bereich um das Auto gesichert, als der Roboter anrückte, die Scheiben einschlug und die verdächtigen Gegenstände aus dem Auto holte. Als sich Spezialisten die Konstruktion aus Kabeln und Klebeband genauer ansahen, gaben sie aber schnell Entwarnung: Es handelte sich laut "WinFuture" um ein etwas dilettantisch zusammengepicktes USB-Ladegerät aus mehreren Reiseakkus. Auch vom Kanister im Auto ging keine Gefahr aus.

Die Berliner Polizei veröffentlichte auf Twitter Fotos der Gegenstände. Sie zeigen tatsächlich eine recht unorthodoxe Konstruktion, die für einen Außenstehenden leicht wie eine Bombe aussehen kann. Twitter-Nutzer werfen der Polizei trotzdem vor, sie habe überreagiert. Durch die USB-Anschlüsse sei die Konstruktion leicht als Ladegerät zu erkennen gewesen, meinen manche Kommentatoren. Die Mehrheit lobt aber den Einsatz der Polizei und sagt, man könne gar nicht vorsichtig genug sein.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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