So, 19. November 2017

Hauptfaktor: Rauchen

29.05.2017 15:43

Immer mehr Frauen erkranken an Lungenkrebs

Dank Früherkennung und neuer Operationsmethoden sind die Heilungschancen für Lungenkrebs-Patienten gestiegen. Doch die Zahl der Erkrankten ist nach wie vor alarmierend: 350 Tiroler erkranken jährlich an diesem aggressiven Krebs, unter ihnen immer mehr Frauen. Der größte Risikofaktor ist das Rauchen.

Lungenkrebs ist heimtückisch, denn er bietet kaum Möglichkeiten einer Früherkennung. Doch der mit Abstand größte Risikofaktor, das Rauchen, birgt eine Chance - und zwar: er ist vermeidbar. "90 Prozent unserer Patienten sind Raucher. Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir es auf der einen Seite mit einem aggressivem Krebs zu tun haben, der aber auf der anderen Seite einen vermeidbaren Risikofaktor hat", sagt Dietmar Öfner-Velano, Direktor der Innsbrucker Uniklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie.

Negative Folgen des Passiv-Rauchens werden unterschätzt

Unter den Patienten sind mittlerweile auch sehr viele Frauen. "Wir beobachten, dass mehr Frauen als Männer rauchen und damit bereits in jungen Jahren beginnen. Das bedeutet, dass die Zahl der weiblichen Patienten kontinuierlich steigt", fügt Öfner-Velano hinzu. Und auch die negativen Folgen des Passiv-Rauchens werden von der Bevölkerung nach wie vor massiv unterschätzt. "Wir behandeln immer öfter Patienten, die nie geraucht haben, aber ständig dem Qualm ausgesetzt waren. In diese Kategorie fallen etwa Kellner", weiß Oberarzt Thomas Schmid und ergänzt: "Die Politiker müssen hier endlich handeln und dieser Entwicklung mit entsprechenden Maßnahmen entgegenwirken."

Patienten ab 50 plus

Mit dem Rauchen aufzuhören verringert zwar das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. "Doch die Gefahr einer Erkrankung bleibt bestehen, da die Schadstoffe bis zum Lebensende im Körper bleiben", macht Öfner-Velano aufmerksam. Und in welchem Alter befinden sich die Patienten? "Der jüngste Patient, den ich behandelt habe, war Anfang 20. Doch das ist eher selten. Die meisten von ihnen sind 50 plus", informiert der Experte.

Kongress in Innsbruck

Über 1500 internationale Mediziner befinden sich derzeit in der Landeshauptstadt und tauschen sich auf dem weltgrößten Kongress für Thoraxchirurgie über neue Behandlungsmethoden aus.

Jasmin Steiner, Kronen Zeitung

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