Do, 23. November 2017

Essen verändert Form

29.05.2017 16:10

Forscher entwickeln „programmierbare“ Nudeln

"Du sollst nicht mit dem Essen spielen" - diesem Leitsatz für Kinder können die Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) nichts abgewinnen. Sie haben eine Möglichkeit gefunden, Nudeln so zu programmieren, dass sie bei Kontakt mit Wasser eine vordefinierte Form annehmen.

So bekommt der Begriff "Erlebnisgastronomie" eine völlig neue Bedeutung: Denn die Pasta der MIT-Forscher wechselt vor den Augen der hungriger Beobachter von einer zweidimensionalen Form in ein 3D-Objekt. Nicht nur klassische Formen wie Makkaroni oder Rigatoni sind so möglich - auch ungewöhnliche Gebilde wie Blumen oder Pferdesattel können so gestaltet werden.

Form wird mit 3D-Drucker programmiert
Doch wie programmiert man Nudeln? Die Forscher machen sich die Eigenschaft von Gelatine zunutze, die sich ausdehnt, wenn sie mit Wasser in Berührung kommt und diese aufsaugt. Je dichter die Gelatine, desto mehr Wasser kann sie aufnehmen. Indem man die Nudeln aus zwei Schichten aufbaut, die eine unterschiedliche Dichte aufweisen - oben eine dichtere Schicht, unten eine nicht so dicht gepackte Schicht. Bei Wasserkontakt stülpt sich die obere Schicht über die untere und bildet langsam einen Bogen.

Damit komplexere Formen entstehen, müssen die Schichten sehr genau aufgetragen werden. Das ist mit einem 3D-Drucker möglich. Mit diesem wird auf eine Gelatine-Schicht Zellulose aufgedruckt, die nur sehr wenig Wasser aufnimmt und so als Wasserbarriere dient. "So kann man die Nudeln schließlich programmieren", freut sich Lining Yao aus dem Forscherteam. "Wir können den Winkel der Biegung und die ganze Geometrie der Form kontrollieren."

Erfindung könnte Transportkosten sparen
Außer dem faszinierenden Anblick, den die sich verbiegenden Nudeln bieten, haben diese auch einen praktischen Nutzen. Denn die zweidimensionale Form spart Platz in einer Verpackung. "Wir haben ein paar einfache Rechnungen angestellt, beispielsweise für Makkaroni-Nudeln. Auch wenn man sie perfekt verpackt, ist 67 Prozent in der Packung mit Luft gefüllt", erklärt Wen Weng, die ebenfalls an dem Projekt mitgearbeitet hatte. "Wir dachten daran, dass man unser formverändertes Essen künftig flach verpacken und so Platz sparen könnte." Das würde nicht nur die Transportkosten verkleinern sondern auch die Umwelt schonen.

Im Video oben zeigen die Forscher, wie faszinierend appetitlich die Nudeln in der Zubereitung aussehen und was für kreative Gerichte man damit gestalten kann. Auch geschmacklich sind sie mit ihren programmierten Nudeln sehr zufrieden: "Sie haben eine großartige Textur und schmecken sehr gut", berichtet Yao.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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