Mo, 11. Dezember 2017

"Keine Rückkehrer"

29.05.2017 10:39

US-Armee lässt jetzt alle IS-Kämpfer "ausradieren"

Die USA stellen ihre Taktik bezüglich der Terrormiliz IS um: Statt auf Zermürbung setzen sie nun darauf, die feindlichen Krieger auszuradieren. "Unsere Absicht ist, dass ausländische Kämpfer die Gefechte nicht überleben und so auch nicht in ihre Heimat nach Europa, Amerika, Asien oder Afrika zurückkehren können", erklärte US-Verteidigungsminister James Mattis am Sonntag: "Wir wollen sie vor Ort stoppen."

Im Interview mit dem US-Fernsehsender CBS betonte er, man wolle das Tempo im Feldzug gegen die Terrormiliz beschleunigen. "Der IS ist eine Gefahr für alle zivilisierten Nationen", so Mattis. "Wir haben deshalb bereits unsere Zermürbungstaktik umgestellt, bei der wir die Kämpfer im Irak und Syrien von einer Position zur nächsten gedrängt hatten - hin zu einer Vernichtungstaktik, bei der wir sie umzingeln", so Mattis. Es soll den Kämpfern nicht möglich sein, sich ins Hinterland zurückzuziehen und dort wieder an Stärke zu gewinnen. Denn: Werden die Gruppen zerstreut und dadurch kleiner, werde es schwieriger, sie zu bekämpfen.

"Tödliches Chaos" für Zivilisten befürchtet
Beim neuen militärischen Zugang wird offenbar keine Rücksicht auf Zivilisten genommen. "Zivile Opfer sind eine Tatsache in einer solchen Situation. Wir tun jedoch alles Menschenmögliche in Hinsicht auf die militärische Notwendigkeit, zivile Opfer zu vermeiden."

Irakische Streitkräfte starteten unterdessen am Samstag eine neue Operation, um die IS-Enklave in Mossul zu erobern. Diese beinhaltet das Zentrum der Altstadt und drei angrenzende Bezirke neben dem westlichen Ufer des Tigris. Die Truppen ließen Flugblätter fallen, in denen sie die Bewohner der Enklave dazu aufriefen, zu fliehen. Humanitäre Organisationen fürchten nun um die Sicherheit der verzweifelten Zivilisten. "Save the Children" warnte davor, dass Zivilisten bei ihrer Flucht ins Kreuzfeuer geraten könnten - ein tödliches Chaos sei zu befürchten.

"Ich bereite anderen Menschen schlaflose Nächte"
Mattis sagte, dass Erfolge im Kampf gegen den IS bereits sichtbar seien: Kein Stück Land, das der IS verloren habe, habe er wieder zurückerobern können. "Das zeigt die Effektivität von dem, was wir tun." Im Fernsehinterview wurde der Verteidigungsminister ebenfalls gefragt, was ihm schlaflose Nächte bereiten würde. "Nichts. Ich bereite anderen Menschen schlaflose Nächte", ließ Mattis wissen.

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