Sa, 18. November 2017

Drama in Mississippi

29.05.2017 07:20

Amok-Tour mit acht Toten, „weil ich sie liebe“

Im US-Bundesstaat Mississippi hat ein 35-jähriger Mann acht Menschen - unter ihnen einen Hilfssheriff und mehrere Verwandte seiner Frau - erschossen. Der Verdächtige, der während seiner Amok-Tour angeschossen wurde, sagte nach seiner Festnahme: "Sie hätten mich nicht lebend kriegen sollen", er habe durch Polizeikugeln sterben wollen. Passiert sei das Blutbad, weil er seine Frau und seine Kinder liebe.

"Ich sollte nicht mehr leben, nicht nach all dem, was ich getan habe", habe Willie Corey Godbolt der Zeitung "Clarion-Ledger" gesagt, während er mit Handschellen gefesselt und umringt von Polizisten am Straßenrand im 34.000-Einwohner-Bezirk Lincoln County gesessen sei.

Wirr habe er dem Reporter der Zeitung die Abläufe der Wahnsinnstat geschildert. "Ich habe gerade mit meiner Frau, ihrem Stiefvater und ihrer Mama geredet, dass ich unsere Kinder mit nach Hause nehmen möchte", so der 35-Jährige. Dann habe jemand die Polizei gerufen. "Jemand, der nicht einmal in dem Haus wohnt. Das ist das, was sie machen. Sie mischen sich ein", beklagte sich der 35-Jährige.

Dieser Nachbar habe den getöteten Hilfssheriff auf dem Gewissen. Es sei seine Absicht gewesen, von der Polizei getötet zu werden, nicht die, einen Polizisten zu töten. "Es tut mir leid", der Hilfssheriff habe seine Wut nicht abbekommen sollen. "Er war einfach da", so Godbolt, während er darauf wartete, von der Rettung ins Krankenhaus gebracht zu werden. "Selbstmord durch Polizist, das war meine Absicht."

Schwiegermutter, Schwägerin und Tante seiner Frau getötet
Er sei durch eine Kugel "aus dem Inneren des Hauses" getroffen worden, habe Godbolt den Polizisten, die ihn schließlich überwältigten, gesagt. Am ersten Schauplatz seines blutigen Amoklaufes sei das gewesen. Drei weitere Menschen - seine Schwiegermutter, eine Schwägerin sowie eine Tante seiner von ihm getrennt lebenden Frau - sollten dort sterben, vier weitere an zwei anderen Tatorten. Unterwegs dürfte er ein Auto gestohlen und eine Geisel genommen haben.

Blutiger Amoklauf bei drei Häusern - auch Jugendliche tot
Die Leiche des 36-jährigen Hilfssheriffs und die drei toten Frauen - laut der Nachrichtenagentur AP handelt es sich dabei um Barbara Mitchell, Toccarra May und Brenda May - wurden laut Polizeisprecher Warren Strain gegen Mitternacht in dem 500-Einwohner-Örtchen Bogue Chitto gefunden.

Der zweite Tatort liegt in der rund 16 Kilometer entfernten Bezirkshauptstadt Brookhaven, dort wurden die Leichen zweier Burschen gefunden: jene der Schüler Austin Edwards und Jordan Blackwell. Ob sich dort auch ein 16-Jähriger kurzzeitig in der Gewalt des Amokläufers befand, ist unklar.

An dritter Adresse weitere Schwägerin und deren Mann ermordet
An einer dritten Adresse, die ebenfalls in Brookhaven liegt, waren ein weiterer Mann und eine Frau erschossen worden. Auch bei ihnen soll es sich um angeheiratete Verwandte Godbolts handeln: eine weitere Schwester seiner Frau und deren Ehemann. Er habe die Morde begangen, weil er "seine Frau und seine Kinder und Bogue Chitto" liebe.

Godbolt hat bereits ein langes Strafregister. Unter anderen wurde er wegen bewaffneten Raubüberfalls angeklagt: 2005 schlug er einen Mann mit einer Pistole nieder und stahl ihm Geld und Schmuck. Außerdem war er 2015 wegen zu schnellen Fahrens und Fahrens mit abgelaufenem Führerschein verhaftet worden.

"Manchmal klopft das Böse an deine Tür"
Laut dem Pfarrer seiner Gemeinde, Eugene Edwards, der Godbolt seit 19 Jahren kannte, sei der 35-Jährige "sehr jähzornig" gewesen. "Wenn man nicht seiner Meinung war, konnte er sehr schnell sehr wütend werden." Auch mehrere der Opfer - vermutlich die Familienangehörigen Godbolts - gehören der Kirche, die 130 Mitglieder hat, an. "Manchmal ist das Böse nicht nur da draußen", sagte Edwards, "manchmal klopft es auch einfach an deine Tür."

Heike Reinthaller-Rindler
Chefin vom Dienst
Heike Reinthaller-Rindler
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