Fr, 15. Dezember 2017

Am Strand von Cannes

26.05.2017 21:22

Burkini-Streit: Polizei nimmt zehn Frauen fest

Der Streit über Ganzkörper-Badeanzüge an Frankreichs Stränden geht in eine neue Runde. Etwa zehn Frauen, die am Strand von Cannes im Burkini baden wollten, seien am Freitag vorläufig festgenommen worden, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Die Beamten beriefen sich auf ein Demonstrationsverbot der örtlichen Präfektur während des Filmfestivals, das noch bis zum Wochenende läuft.

Burkinis bedecken bis auf Gesicht, Hände und Füße alle Körperpartien. Kritiker in Frankreich halten das Kleidungsstück für ein politisches Symbol und verurteilen es als Provokation.

Dubioser Gedschäftsmann zog im Hintergrund die Fäden
Die Frauen seien aus Paris mit dem Zug gekommen und Verwandte oder Bekannte des franko-algerischen Geschäftsmanns Rachid Nekkaz, hieß es. Er ist bekannt dafür, dass er seit Jahren Bußgelder für Frauen bezahlt, die gegen das Burka-Verbot im Land verstoßen. Der 45-Jährige sei an Ort und Stelle gewesen.

Burkini-Verbot in mehreren Badeorten Frankreichs
Nekkaz habe mit der Aktion an die Entscheidung des französischen Staatsrats erinnern wollen, der im August vergangenen Jahres das umstrittene Burkini-Verbot einer Gemeinde an der Cote d'Azur gekippt hatte. Danach waren auch Burkini-Verbote in anderen Gemeinden gefallen, unter anderem in Cannes. Die Riviera-Stadt war mit dem Bann Vorreiter gewesen.

Die Debatte über Sinn und Unsinn von Bekleidungsregeln am Strand hatte im vergangenen Sommer das Land erregt und zu Meinungsverschiedenheiten in der damaligen Regierung des Sozialisten Manuel Valls geführt.

Aufruhr über Gratisaktion für Burkini-Trägerinnen in Wien
Auch in Österreich sorgen Burkinis derzeit für Wirbel. Auf dem Wiener Badeschiff schwimmen Frauen im Burkini gratis - mit dieser Aktion will das Lokal am Donaukanal ein Zeichen der Solidarität setzen, gegen Verschleierungsverbote und für persönliche Freiheitsrechte in Österreich. Das Angebot sorgt aber für eine Welle der Entrüstung.

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