Sa, 25. November 2017

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29.05.2017 07:14

BMW Concept Link: Münchner Netz-Scooter

BMW erfindet den Roller nicht neu, macht bei seiner Studie Concept Link aber einiges anders als gewohnt. Für Sicherheit sorgt nicht nur die Vernetzung.

Im Oktober 2016 hat BMW Motorrad in Los Angeles seine Vision eines künftigen Zweirads präsentiert. "Vision Next 100", unter anderem mit einer selbststabilisierenden Technik bestückt und so gegen versehentliches Umfallen gesichert, warf einen Blick weit in die Zukunft. Nur sieben Monate später zeigt sich, dass einzelne Elemente dieser Vision schon in naher Zukunft den Weg auf öffentliche Straßen finden werden: "Concept Link" heißt ein für den urbanen Verkehr entwickeltes Einspurfahrzeug, das sowohl auf dem vollelektrisch angetriebenen Maxi-Scooter C-Evolution als auch auf dem Visions-Bike basiert.

"Noch vor dem 100-Jahre-Jubiläum von BMW Motorrad wird das Serienfahrzeug auf dem Markt sein", sagte Stephan Schaller, Leiter der Motorradsparte, anlässlich der Präsentation des Konzepts im Rahmen des Concorso d’Eleganza Villa d‘Este.

Die Modellbezeichnung Concept Link ist wohlüberlegt. "In diesem Fahrzeug gibt es zahlreiche Verknüpfungen", so Schaller. Bei ungeschmälertem Fahrspaß soll ein neues Sicherheitsniveau erreicht werden, für das der Mensch als Fahrer mit dem Fahrzeug intensiv verknüpft wird. "Weil dieses Fahrzeug ein neues Niveau der urbanen Mobilität möglich macht, drückt sich dieses auch in einem neuen Design aus", erklärt Edgar Heinrich, Chef-Designer von BMW Motorrad.

Kleidung als riesige Warnlampe
Eine wesentliche Zielgruppe des verlinkten Pendler-Mobils sind Leute, die sich bisher nicht ans motorisierte Zweirad wagen. "Vielen erscheint dies zu gefährlich, aber mit neuen Technologien können wir weitaus mehr Sicherheit beim Fahren gewährleisten", so Schaller. So verfügt der Connect Link über Car-to-Car-Kommunikation; droht Gefahr von anderen Verkehrsteilnehmern, wird der Zweiradfahrer beispielsweise durch einen Vibrationsalarm sowie auch visuell gewarnt. Überhaupt spielt eine neuartige Bekleidung eine große Rolle. So sind Jacken in Entwicklung, die beispielsweise Warnsignale aussenden können, wenn die integrierten Sensoren dies für nötig halten. "Dann könnten beispielsweise große Warnzeichen auf dem Rücken der Jacke in Leuchtfarben den nachfolgenden Verkehr warnen", so Heinrich.

Begehrlich, nicht billig
Außer Frage steht für BMW Motorrad, dass das verlinkte Stadtmobil nur elektrisch angetrieben sein kann. Es wird in der Klasse der Midsize-Scooter positioniert werden und verfügt über eine Motorleistung von rund 27 PS. Die Reichweite wird bei mindestens 130 Kilometern liegen. Dennoch visieren die Entwickler ein Fahrzeuggewicht an, das um rund 50 Kilogramm unter dem des C-Evolution (270 kg) liegen wird. Billig wird die Serienversion des Concept Link deshalb nicht: "Wir wollen die Begehrlichkeit über den Lifestyle wecken und nicht über einen besonders niedrigen Preis", so hört man von dem BMW-Verantwortlichen. Das sei nicht anders wie im Falle des i-Phone.

Während der nominell nur 15 PS leistende, aber extrem potente C-Evolution derzeit lediglich einen A1-Führerschein für Leichtkrafträder erfordert, wird das beim etwas schwächeren Serienmodell des Concept Link voraussichtlich anders sein. "Die viel höher entwickelten Batteriezellen machen höhere Dauerleistungen möglich, was dann auf eine Dauerleistung von klar über 11 kW hinausläuft", so Karl Victor Schaller, Entwicklungs-Vorstand bei BMW Motorrad. Man wird also wohl über einen Führerschein der Klasse A2 verfügen müssen, um das Link-Mobil pilotieren zu dürfen.

Unerlässlich ist für die BMW-Entwickler, dass die Fahrer des vernetzten Zweirads permanent online sein können: "Das Smartphone ist ein wichtiges Element, das voll in den Concept Link integriert ist", erklärt Edgar Heinrich. Im urbanen Verkehr sei es wichtig, möglichst ständig auf wichtige Informationen zugreifen zu können. Egal ob Termine, Anrufe oder Kurznachrichten. Und natürlich wird das Serienfahrzeug auch so intelligent sein, dass es dem Fahrer freie Ladesäulen entlang der gewählten Route anzeigt. Eine bis anderthalb Stunden sollen genügen, bis der leergefahrene Akku wieder vollständig gefüllt ist.

"Drei bis acht Jahre" nannte Motorrad-Chef Schaller als Entwicklungszeitraum für die Serienversion des Concept Link. Nicht ausgeschlossen also, dass das neue urbane Mobilitäts-Zeitalter made by BMW Motorrad nicht erst im Jahr 2023 zum Hundertjährigen beginnt, sondern schon 2020.

(SPX)

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