Mi, 13. Dezember 2017

Jeder 3. fehlt

31.05.2017 08:07

"BirdLife Österreich" warnt vor Vogelsterben

Es gibt immer weniger Vögel in Österreich. Und es verschwinden vor allem jene, die auf Feldern oder Wiesen leben - wie das Braunkehlchen, der Wiedehopf oder die Feldlerche. Die Zahl der Brutpaare in landwirtschaftlichen Gebieten ist in den letzten 30 Jahren um fast ein Drittel gesunken.

Laut Beobachtungen europäischer Ornithologen könnte das Vogelgezwitscher vor allem in landwirtschaftlichen Gebieten bald noch seltener werden. Ursprünglich hatte die traditionelle Landwirtschaft die Artenvielfalt erhöht, heute ist sie jedoch in ihrer zunehmend industriell geprägten Form einer der wichtigsten Gründe für den Rückgang an Arten.

Jeder dritte Vogel geht in Österreich verloren
Die Zahl der Vögel in Österreich und Europa sinkt dramatisch. Etwa jeder dritte Vogel geht in Österreich verloren. "Bedroht sind vor allem Feld- und Wiesenvögel. Ihnen geht durch zu häufige Wiesenschnitte und Düngungen zunehmend der geeignete Lebensraum verloren", erklärt Gábor Wichmann, Geschäftsführer von "BirdLife Österreich". "Wir beobachten ein regelrechtes Vogelsterben auf österreichischen Agrarflächen." Die Situation der Vögel sei dramatisch. Es drohe ein stummer Frühling ohne Vogelgezwitscher.

Das Braunkehlchen einst und jetzt
Das Braunkehlchen galt einst als Charaktervogel und häufiger Brutvogel in der artenreichen Kulturlandschaft der Niederungen und Hügelländer des Alpenvorlandes bis in die Bergmähwiesen der Alpen. Heute ist es ein selten gewordener Zaungast. Das Braunkehlchen hat die ehemalig gut besetzten Brutgebiete weitgehend geräumt und sich auf kleine Restvorkommen zurückgezogen. Schätzungen aus dem Jahr 2004 zeigen einen österreichweiten Bestand von etwa 5.00 Brutpaaren. Inzwischen sind es nur noch 950 bis 1500 Brutpaare. Das entspricht einer Abnahme von 75 bis 80 Prozent.

Überleben des Braunkehlchens sichern
"BirdLife Österreich" setzt im Rahmen seiner Arbeit auf Aufklärung und individuelle Beratung der Landwirte. "Dem Braunkehlchen genügt oft schon das Belassen von nicht bewirtschafteten Randstreifen als Brachen sowie eine verzögerte Mahd und der Verzicht auf Düngung", fordert Ornithologe Wichmann: "Dazu braucht es aber eine naturverträglichere Agrarpolitik frei nach dem Motto "öffentliches Geld für öffentliche Interessen". Es sollen zukünftig jene Landwirte belohnt werden, die aktiv etwas für die Umwelt und die Natur - wie etwa für das Braunkehlchen - tun!"

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Redaktion
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