Di, 21. November 2017

In Wohnung der „Ex“

24.05.2017 11:42

Wien: Musiker legt Feuer und springt in den Tod

Tragisches Ende einer gescheiterten Beziehung: Ein Musiker lauerte in der Nacht auf Mittwoch seiner Ex-Frau vor ihrer Wohnung im Wiener Bezirk Brigittenau auf, verschaffte sich mit dem ihr entrissenen Schlüssel Zugang und zündete eine Couch an. Als die Polizei vor Ort eintraf, kletterte der 47-Jährige auf ein Fenstersims und sprang trotz zahlreicher Zurufe in die Tiefe. Der Mann starb.

Laut dem Sprecher der Exekutive, Thomas Keiblinger, dürfte es zwischen den beiden Ex-Eheleuten - sie waren 15 Jahre lang verheiratet und haben einen gemeinsamen, sieben Jahre alten Sohn - immer wieder zu Schwierigkeiten gekommen sein. Der 47-Jährige dürfte laut seiner 40-jährigen Ex-Frau offenbar unter psychischen Problemen gelitten haben und in Behandlung gewesen sein. Das Paar trennte sich jedenfalls 2015, heuer folgte die Scheidung. Seit der Trennung soll der 47-Jährige die Frau jedoch immer wieder belästigt haben.

Wie Keiblinger weiter erklärte, habe die 40-Jährige ihren Ex-Mann bereits tagsüber - gegen 18 Uhr - in der Millennium City bemerkt. Sie dürfte bereits da geahnt haben, dass er etwas vorhatte. Die beiden sprachen aber nicht miteinander. Die Frau traf eine Freundin, mit der sie den Abend verbrachte. Von ihr wurde die 40-Jährige auch gegen 23 Uhr bis zur Haustür in der Burghardtgasse gebracht.

"Schrei nicht, ich hab eine Waffe"
Danach überschlugen sich die Ereignisse: Als die 40-Jährige in den Aufzug stieg, drängte sich ihr Ex-Mann plötzlich dazu. Die Frau begann, um Hilfe zu rufen. "Schrei nicht, ich hab eine Waffe", sagte der 47-Jährige laut dem Polizeisprecher. Er wollte den Wohnungsschlüssel haben, seine Frau gab diesen aber nicht heraus. Es kam daraufhin im Lift zum Handgemenge.

Die 40-Jährige schrie weiterhin um Hilfe, was die anderen Hausbewohner auf den Plan rief. Unterdessen hatte der 47-Jährige seiner Frau den Schlüssel entrissen. Als der Lift im vierten Stock ankam, konnte sich die Frau losreißen. Sie flüchtete in den ersten Stock zu einer Nachbarin. Die beiden Frauen riefen die Polizei. Nach ihrem Eintreffen forderten die Polizisten Unterstützung durch die WEGA an, da die Beamten von der Frau gehört hatten, dass ihr Ex-Mann vermutlich eine Waffe bei sich habe.

Couch in Brand gesetzt
Der Mann war in der Zwischenzeit in die Wohnung seiner Ex-Frau eingedrungen und hatte das Mobiliar zu verwüsten begonnen. Der 47-Jährige steckte eine Couch in Brand und kletterte dann auf ein Sims. Mehrfache Aufforderungen, nicht Selbstmord zu begehen, ignorierte er und sprang. Reanimationsversuche scheiterten, der Musiker starb in einem Krankenhaus.

Die Berufsfeuerwehr löschte die brennende Couch ab. Danach konnten die Anrainer, die evakuiert worden waren, in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Ex-Frau wurde von einem Kriseninterventionsteam der Stadt Wien betreut.

Neues Hilfsangebot für Suizidgefährdete
Suizidgefährdete und Angehörige finden seit Kurzem ein neues Hilfsangebot im Internet. Das Gesundheitsministerium hat vor rund zwei Wochen das Österreichische Suizidpräventionsportal online gestellt. Zu finden ist es unter www.suizid-praevention.gv.at.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden