Fr, 15. Dezember 2017

Gürtelrose & Pilz

28.05.2017 06:00

Schmerzhafte Bläschen

Erreger der Feuchtblattern können bei Erwachsenen zu Gürtelrose führen. Neben Pilzbefall und Geschlechtskrankheiten eine der unangenehmsten Hautinfektionen. Was Sie über Früherkennung,Therapie und Vorbeugung wissen sollten.

Als Kinderkrankheit kennt man sie unter dem Begriff Windpocken (Feuchtblattern): Varicella-Zoster-Viren, aus der Familie der Herpes-Erreger. Bei den Kleinen verlaufen sie meist harmlos. Die Viren bleiben in den Nervenwurzeln, können aber im Erwachsenenalter bei Schwäche des Immunsystems (Stress, Krankheit) wieder aktiv werden und Gürtelrose auslösen.

Kopfweh, Abgeschlagenheit, geschwollene Lymphknoten und Fieber sind Vorläufer der Erkrankung, ebenso wie brennende Schmerzen und Taubheitsgefühl in den Hautarealen, in denen das Virus die Nervenbahnen entlangwandert. Dies kann an allen Körperstellen, typisch jedoch gürtelförmig am Unterleib, auftreten. Zwei, drei Tage später entzündet sich die Haut und es bilden sich Bläschen. Univ.-Prof. Dr. Rainer Kunstfeld von der MedUni Wien, Facharzt für Dermatologie und Venerologie: "Frühe Therapie ist wichtig, um Dauer und Ausdehnung der Infektion zu begrenzen bzw. Komplikationen wie chronische Nervenschmerzen zu verhindern. Dabei kommen Virostatika zum Einsatz. Diese sollten spätestens 72 Stunden nach Auftreten erster Bläschen verabreicht werden."

Wenn Pilze sprießen
Pilzbefall tritt vor allem an den Füßen auf, was sich mit Rötung, Schuppung und Juckreiz in den Zehenzwischenräumen äußerst. Möglichst bald behandeln, damit die Krankheit nicht auf die Nägel übergreift und diese zerstört! "Bei ersten Anzeichen von Fußpilz sollte man mit Antimykotika eingreifen. Entsprechende Salben, Cremen oder Sprays stehen in der Apotheke zur Verfügung. Mindestens vier bis sechs Wochen anwenden. Führt dies nicht zum Erfolg, ist eine innerliche Behandlung erforderlich", erklärt Univ.-Prof. Dr. Gabriele Ginter-Hanselmayer, Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie, Graz. Pilzinfektionen vor der Behandlung durch eine Untersuchung beim Hautarzt abklären lassen! Sind die Nägel befallen, eignen sich Lacke sowie Sprays. Meist sind jedoch Medikamente zum Schlucken notwendig. Scheidenpilz wird in Form von lokal anzuwendenden Salben, Zäpfchen sowie Tabletten zum Einnehmen behandelt. Vorbeugung: Nasse Badesachen umziehen, pH-neutrale Waschprodukte statt aggressiver Seifen benützen, keine Intimsprays und keine Slipeinlagen mit Kunststoffbeschichtung verwenden (Wärme- und Feuchtigkeitsstau!).

Safer Sex und Impfung zur Vorbeugung
Wie kann man sich vor Geschlechtskrankheiten schützen? "Das einfachste und wichtigste Mittel zur Vorbeugung sind Kondome. Ganz ausschließen lassen sich Infektionen jedoch nicht. Etwa Herpes genitalis oder Feigwarzen treten auch an Körperstellen auf, die nicht durch das Kondom abgedeckt werden. HPV (Humanes Papillomavirus) kann zu Feigwarzen und Gebärmutterhalskrebs führen. Gegen HPV gibt es ebenso eine Impfung (vor dem 12. Lebensjahr) wie gegen Hepatitis B. Erwachsene können die Impfung nachholen, bis zum 26. Lebensjahr besonders empfohlen. Univ.-Prof. Dr. Robert Zangerle, Univ.-Klinik für Dermatologie und Venerologie in Innsbruck: "Hautveränderungen, Juckreiz oder Brennen im Intimbereich ärztlich untersuchen lassen! Während dieser Zeit bis zur Therapie unbedingt Kondome verwenden. Bei neuen bzw. Gelegenheits-Bekanntschaften ,safer Sex‘ praktizieren. Zu Beginn einer festen Beziehung eventuell vorhandene Geschlechtskrankheiten abklären."

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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