So, 17. Dezember 2017

Einst sehr aggressiv

29.05.2017 07:22

Herdenschutzhund "Dante" mit Erfolg rückvermittelt

Der Fall von Herdenschutzhund "Dante" sorgte für hitzige Diskussionen unter den Lesern der "Krone Tierecke": Ein Tierschutzverein aus Griechenland hatte den Kaukasen-Do Khyi-Mix nach Tirol vermittelt, doch schnell stellte sich heraus, dass der Rüde eine Gefahr für Menschen und Artgenossen darstellte. Die Pflegestelle war völlig verängstigt, der Amtstierarzt schritt ein, vom Verein soll keine Hilfe mehr zu erwarten gewesen sein. Doch der Verein "Secure Base" hat das Unmögliche geschafft: Nach vielen Wochen Training konnte "Dante" jetzt wieder zurück zu seiner Pflegestelle!

Die dramatische Geschichte von Kaukasen-Do Khyi-Mix "Dante" berührte viele Leser der "Krone Tierecke" - man möchte sich gar nicht ausmalen, welche Angst der Hund in seinem Leben gehabt haben muss. Der Herdenschutzhund aus Griechenland soll in seiner Heimat narkotisiert in eine Box geladen, eingeflogen und einer Tiroler Pflegestelle quasi ohne weitere Aufklärung ins Wohnzimmer gestellt worden sein. "Ich wollte nach 'Dante' schauen, als er aufgewacht war. Er fletschte er die Zähne und war in Angriffsposition, ein Betreten des Raumes war nicht mehr möglich", erinnert sich die entsetzte Romana Schennach.

Spezialistin holte "Dante" nach Kärnten
Der herbeigerufene Hundetrainer und zwei Amtstierärzte waren sich sicher: Dieser Hund ist eine Gefahr für Mensch und Tier. Nur mithilfe eines Narkosegewehrs konnte man ihn überhaupt untersuchen und weiter transportieren - zu Hundetrainerin Sissy Lippitz nach Kärnten, die mit ihrem Verein "Secure Base" speziell Herdenschutzhunden hilft und einige Monate mit "Dante" trainierte: "Er zeigte sich unsicher und ängstlich, dennoch offensiv aggressiv, unter Dauerstrom und immer bereit, in den Angriffsmodus zu gehen. Seine Verhalten ließ vermuten, dass er mit der Spezies Mensch noch nicht viele positive Erfahrungen gemacht hatte", so die Expertin.

Doch seine ursprünglich angedachte Pflegestelle in Tirol plagte sich mit Schuldgefühlen und konnte "Dante" nie vergessen. "Eine Person hat ihn in der ganzen Zeit nie aus ihrem Herzen gelassen. Jener Mensch, welche durch seine Vermittlung genauso traumatisiert wurde wie 'Dante' selbst. Romana, die den Rüden als Pflegestelle aufnehmen wollte, um ihm ein schönes Leben zu ermöglichen. Sie hat damals darum gekämpft, dass 'Dante' nicht an Ort und Stelle eingeschläfert wurde. Und sie hat jeden Fortschritt mit Freude und jeden Rückschritt mit Tränen mitverfolgt", so Sissy Lippitz.

Intensives Coaching auch für die neue Halterin
Und so kam es, dass nach Monaten des intensiven Trainings und Romanas Eintauchen in die Welt der Herdenschutzhunde ein Aufeinandertreffen von Romana und "Dante" organisiert werden konnte. "Die Begegnung der beiden war dermaßen emotional und berührend - da stellten sich die Weichen neu." Gemeinsam begann man einen Plan für die Rückführung von "Dante" nach Tirol zu erarbeiten. Sissy Lippitz fungierte als Coach - alle Eventualitäten wurden gemeinsam durchgespielt.

Romana errichtete bei sich dabeim ein Gehege für "Dante": Baggern, betonieren, Zwingerelemente aufzustellen, und diese zur Sicherheit zusätzlich erhöhen und verstärken. "Dann kam endlich der ersehnte Tag - 'Dante' konnte zurück zu Romana, selbstverständlich ohne Sedierung und selbstverständlich durch uns persönlich." Die erste Nacht blieben Sissy Lippitz und ihr Team in Tirol, um noch die letzten offenen Fragen zu besprechen und "Dante" und Romana in den Start zum gemeinsamen Weg zu begleiten. "Wir wünschen den beiden viele gemeinsame glückliche Jahre und sind dankbar dafür, dass Romana diesen Hund niemals aufgegeben hat", schließt Lippitz.

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