Do, 14. Dezember 2017

Oft verwirrend

22.05.2017 17:00

Haben Sie noch Überblick über Ihre Arzneien?

Wer täglich mehr als fünf Medikamente einnehmen muss, kommt schnell damit durcheinander. 5,6 Prozent der ungeplanten Krankenhausaufenthalte gehen deshalb auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen zurück. Nun gibt es Intensivberatung in österreichischen Apotheken.

"Dass einzelne Arzneimittel einander in ihrer Wirkung beeinflussen, wissen oder bedenken viele Patienten aber gar nicht", so Mag. pharm. Max Wellan, Präsident der Österreichischen Apothekerkammer. Manche berichten dann ihrem Arzt nicht von allen Arzneien und Nahrungsergänzungen, die sie einnehmen. Oder brechen verordnete Therapien einfach ab. Würden Arzneien aber richtig angewendet werden, könnte man hierzulande bis zu 2,4 Milliarden Euro einsparen!

Deshalb gibt es nun ausführliche Beratung in österreichweit 500 Apotheken (Kostenpunkt 120 Euro bzw. gratis für Kunden mancher Privatversicherungen). Die pharmazeutische Intensivberatung dient der Steigerung der Lebensqualität, der besseren Wirkung und der Sicherheit bei der Einnahme. Zusätzlich kommuniziert der Apotheker mit dem behandelnden Arzt und spricht Optimierungsvorschläge aus.

Was rät der Apotheker?
Sicherheit ist das Wichtigste! So warnen Experten z.B. vor der selbstständigen Einnahme von nicht-sterioidalen Antirheumatika (NSAR) gegen grippale Infekte oder bei Schmerzen, während Blutverdünner geschluckt werden. Wie sich etwa die Wirkung bestimmter Mittel verbessern lässt, zeigt folgendes Beispiel: Die Einnahme von Magnesium muss immer in zeitlichem Abstand zu gewissen Präparaten erfolgen. "Klassiker" sind z.B. Ciprofloxacin als vorübergehendes Antibiotikum bei einer Patientin, die regelmäßig Magnesium oder Kalzium einnimmt. Diese Stoffe würden das Antibiotikum chemisch binden und inaktivieren. Abhilfe schafft dann nur eine zeitliche Trennung der Einnahme, am besten liegen vier Stunden dazwischen.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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