Mo, 20. November 2017

Vier Bergsteiger tot

22.05.2017 15:32

Tödlichstes Wochenende seit Katastrophe am Everest

Kaum hat die Bergsteigersaison auf dem Mount Everest begonnen, sind die ersten Todesopfer zu beklagen: Allein am vergangenen Wochenende kamen mindestens vier Bergsteiger ums Leben. Sie erlagen vermutlich der Höhenkrankheit. Damit erlebte das "Dach der Welt" sein tödlichstes Wochenende seit dem Lawinenunglück mit 18 Toten im Jahr 2015.

Die ums Leben gekommenen Bergsteiger stammen aus den USA, der Slowakei, Australien und Indien. Nach Angaben von Kamal Parajuli von der nepalesischen Tourismusbehörde wurde der Slowake Vladimir Strba am Sonntag einige Hundert Meter vom Gipfel des Mount Everest entfernt tot aufgefunden - in der sogenannten Todeszone oberhalb von 8000 Metern, wo der Sauerstoffmangel die Funktion der menschlichen Organe beeinträchtigt.

Auch der US-Bergsteiger Roland Yearwood wurde in diesem Gebiet leblos entdeckt. Das dritte Todesopfer, ein 54-jähriger Australier, starb auf der tibetischen Seite des Mount Everest beim Abstieg. Wie die tibetische Bergsteiger-Vereinigung mitteilte, erlag er oberhalb von 7500 Metern vermutlich der Höhenkrankheit.

Zu dem indischen Bergsteiger war der Kontakt am Samstag abgebrochen, nachdem er den Gipfel erreicht hatte. Sein nepalesischer Sherpa wurde oberhalb von 8000 Metern bewusstlos und mit Frostbeulen aufgefunden. Am Montag fanden Suchtrupps schließlich auch die Leiche des Inders 200 Meter von einem Aufstiegspfad entfernt. In den vergangenen drei Tagen wurden rund ein Dutzend Alpinisten auf dem Mount Everest gerettet, wie Rettungskräfte mitteilten.

Zahlreiche Bergsteiger wollten Wetterloch nutzen
Viele Bergsteiger hatten am Wochenende eine Wetterberuhigung genutzt, nachdem die Saison bisher von wechselhaftem, sehr windigem und ungewöhnlich kaltem Wetter geprägt war. Am Montag wollten sich mehr als 100 Bergsteiger am Südhang des Mount Everest auf den Weg zum Gipfel machen, bevor das Wetter wieder umschlägt und vielleicht noch mehr Opfer zu beklagen sind.

Insgesamt starben in dieser Saison auf dem Mount Everest sechs Bergsteiger, so viele wie in der gesamten Saison 2016. Unter den Todesopfern ist auch der ehemals älteste Bezwinger des Everest, der sich seinen Rekord zurückholen wollte: Min Bahadur Sherchan. Die kurze Bergsteigersaison im Himalaya dauert von April bis Ende Mai, wenn die Wetterbedingungen am besten sind.

Blinder Tiroler erreichte Gipfel
Eine gute Nachricht kam am Sonntag vom blinden Bergsteiger Andy Holzer: Der Tiroler erreichte mit seinen zwei Begleitern Wolfgang Klocker und Klemens Bichler den Gipfel des 8848 Meter hohen Mount Everest, wie er auf Facebook mitteilte. "Die Emotionen überschlagen sich", schrieb Holzer. Nach seinen Angaben dauerte der Aufstieg rund zehn Stunden. Für Holzer war es der dritte Versuch, den Gipfel des Mount Everest zu erreichen. Der blinde Bergsteiger bezwang nun alle "Seven Summits", die höchsten Gipfel der sieben Kontinente.

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Redaktion
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