Fr, 17. November 2017

Das Web verschlafen

22.05.2017 10:28

Der zweitschlimmste Fehler von Rot & Grün

575.000 Abonnenten hat Heinz-Christian Strache, 515.000 Sebastian Kurz - diese zwei Politiker sehen Facebook und auch die starken Webmedien wie krone.at (mit 4,6 Millionen Unique Clients) oder die deutsche bild.de als enorm wichtige Bühne für sich und ihre News. Die Sozialdemokraten und die Grünen haben diese Entwicklung verschlafen, den Aufbau ihrer digitalen Performance versemmelt.

Der Kanzler hat nur etwas mehr als 179.000 Abonnenten auf Facebook, also rund 336.000 "Follower" im Web weniger als der junge neue ÖVP-Chef. Und die neue Spitzenkandidatin der Grünen hegt auf ihrem PC offenbar nur den erweiterten Freundeskreis: Ulrike Lunacek folgen gut 16.000 Personen - und Österreichs Grüne haben bloß 61.500 Abonnenten.

Dieser schwere Fehler von zu alt denkenden Entscheidungsträgern in den Parteizentralen von SPÖ und den Grünen kann fatale Folgen haben: In nur fünf Monaten wird gewählt - und ohne Mobilisierungskraft im Web ist schon jetzt diese kommende Wahlschlacht verloren.

Und sorry, liebe Sozialdemokraten und Grüne: In 150 Tagen lässt sich kein Facebook-Star aufbauen, eure Niedermühlbichler & Co. haben das vergeigt. Und eure Parteichefs haben das auch zugelassen.

Jetzt kommt natürlich der Einwand: Was kann schon Facebook? Wir sind doch die Super-Guten - die besseren Argumente, das bessere Programm und die besseren Ideen für Österreich werden zählen. Natürlich. Am Viktor-Adler-Markt oder in der grünen Radwerkstatt werden den roten und grünen Spitzenkandidaten schon 200, vielleicht sogar 5000 Menschen zuhören. Einen Facebook-Eintrag von Strache oder Kurz lesen eine halbe Million ...

Die Social-Media-Entwicklung derart zu ignorieren, wird sich im Oktober rächen - es ist der zweitschwerste Fehler der SPÖ und der Grünen.

Der schwerste Fehler dieser beiden Parteien ist und bleibt, sämtliche Warnungen vor einer absolut unkontrollierten Massenzuwanderung samt aller tragischen, teuren und für die Zukunft der Republik gefährlichen Folgen ignoriert zu haben.

PS: krone.at kommt auch im aktuellsten Ranking aller deutschsprachigen Webmedien mit Platz 7 unter die Top 10, der "Standard" rutscht von Platz 45 auf Platz 53 ab. Diese Wertung, wie oft unsere Berichte, Kommentare und Videos in halb Europa geteilt und geliked werden, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Das ist ebenso wichtig wie unsere stark steigende Zahl an Lesern auf den Smartphones.

Richard Schmitt
Chefredakteur krone.at
Richard Schmitt
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