So, 19. November 2017

Trumps bei Saudis

20.05.2017 16:57

Den Mega-Rüstungsdeal gab es auch ohne Kopftuch

Donald Trump und seine Ehefrau Melania haben am Samstag in Saudi-Arabien ihre diplomatische Tour durch den Nahen Osten und Europa gestartet. Der saudische König Salman bin Abdulaziz al-Saud begrüßte das US-Präsidentenpaar nach der Landung direkt auf dem Flughafen in der saudischen Hauptstadt Riad und könnte sich doch etwas gewundert haben - Melania Trump trug nämlich, wie auch Tochter Ivanka, kein Kopftuch. Dem angekündigten Milliarden-Rüstungsdeal tat dies freilich keinen Abbruch.

Freundlich schüttelte der Monarch des ultrakonservativen Königreichs Melania trotz ihres fehlenden Kopftuches die Hand (Bild unten) - was für viele strenggläubige Muslime, nicht nur in Saudi-Arabien, grundsätzlich ein anstößiges Verhalten darstellt.

Saudischen Frauen ist es in dem Königreich untersagt, auf die Straße zu gehen, ohne die Haare zu verbergen. Sie tragen zudem eine Abaja, ein langes schwarzes Gewand, das keine Körperkonturen erkennen lässt.

Auch Merkel und Obama kamen ohne Kopftuch
Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte vor einigen Wochen bei ihrem Besuch in Saudi-Arabien auf ein Kopftuch verzichtet. Und schon Michelle Obama, Ehefrau des amerikanischen Ex-Präsidenten Barack Obama, hatte im Jänner 2015 bei Saudis für Empörung gesorgt, als sie bei einem Besuch in Riad ebenfalls mit offenen Haaren auftrat.

Trump damals: "Wir haben genug Feinde"
Trump gehörte damals übrigens zu den Kritikern der First Lady. Auf Twitter (siehe oben) schrieb er: "Viele sagen, es sei wunderbar gewesen, dass Frau Obama sich geweigert habe, ein Kopftuch in Saudi-Arabien zu tragen, aber sie wurden beleidigt. Wir haben genug Feinde."

Milliarden-Rüstungsdeal eingefädelt
Hinter dem Besuch des US-Präsidenentpaares in Riad steht ein Mega-Rüstungsdeal, der am Samstag finalisiert wurde: Die USA kaufen Saudi-Öl um 50 Milliarden Dollar, Saudi-Arabien kauft im Gegenzug US-Waffen um insgesamt um 350 Milliarden Dollar über Zeitraum von zehn Jahren. Um sein "Verteidigungsbedürfnis zu unterstützen", wie es offiziell aus dem Weißen Haus heißt. Bei dem Geschäft gehe es unter anderem um Schiffe für die Küstenwache, das Raketenabwehrsystem THAAD zur Verteidigung vor Kurz- und Mittelstreckenraketen, gepanzerte Fahrzeuge, Raketen, Sprengkörper und Munition.

Trump vor Amtsenthebungsverfahren?
Riad ist die erste Station einer diplomatischen Auslandstour des aktuell schwer angeschlagenen US-Präsidenten, die den 70-Jährigen und seine Frau (47) in den nächsten acht Tagen in fünf Länder führt. Der Trip wird von neuen Entwicklungen in der Russland-Affäre um den Präsidenten überschattet. Der von ihm gefeuerte FBI-Chef James Comey hatte sich erst am Freitagabend zu einer Aussage im Geheimdienstausschuss des US-Senats bereit erklärt. Zugleich enthüllten zwei Zeitungen schwere Vorwürfe gegen den Republikaner - erneut ist von einem drohenden Amtsenthebungsverfahren die Rede.

Martin Kallinger
Stv. Chefredakteur krone.at
Martin Kallinger
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