Do, 19. Oktober 2017

Benachteiligt

19.05.2017 16:43

Schlechte Maturanote: Blinde legt Einspruch ein!

Eine junge Kärntnerin, die im Vorjahr zur Matura angetreten ist, kämpft jetzt um ihr Zeugnis. Aufgrund einer nicht barrierefreien Prüfungsmethode hat die Rosentalerin in Englisch nur ein "Genügend" erreicht. Laut eines Experten sei die Prüfungsmethode der Sehbehinderten von vornherein nicht zumutbar gewesen.

Bei dem besagten Test im Rahmen der Englisch-Matura ging es darum, dass die Schüler gleichzeitig Englisch hören und lesen. Es gilt, bestimmte Sätze im geschriebenen Text wiederzufinden und zu markieren.

Das fiel der Studentin schwer. Zwei Jahre vor der Zentralmatura hatte sie sich mit der Direktion in Verbindung gesetzt und versucht, einen für sie gangbaren Weg zu finden, den Test zu schaffen. Die Hilfsmittel waren aber unzureichend.

Der Behindertenbeauftragte der Uni Klagenfurt, Mark Wassermann, ist mit solchen Problemen täglich beschäftigt: "Dieser Listening und Reading-Test ist für Sehbehinderte nicht zu schaffen. In Brailleschrift oder stark vergrößerten Texten kann man nur Wort für Wort lesen - es ist nicht möglich, den gehörten Text gleichzeitig zu markieren. Das ist nicht zumutbar."

Willibald Kavalirek, Chef vom Blindenverband: "Tragisch, dass Blinde bei der Matura diskriminiert werden. Das Mädchen will jetzt seine Rechte einfordern. Es gibt eine Schlichtung." Vielleicht gibt es die Möglichkeit einer neuen Prüfung.

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