So, 19. November 2017

Menschen in Salzburg

19.05.2017 16:19

Vegan spielt eine Rolle

Ein Feriendorf in Mariapfarr betreibt Werner Schwaighofer. Und er macht sich Gedanken über gesunde, glutenfreie Kost.

"Ich kann nicht ruhig sitzen", sagt Werner Schwaighofer über sich selbst: "Ständig bin ich auf der Suche nach Neuem." 2008 hatte der gelernte Maschinenschlosser-Meister, der auch am neuen Makartsteg in der Stadt Salzburg mitgebaut hat, einen schweren Unfall: "Dabei wurde mein Unterschenkel zertrümmert, die Karriere als Schlosser war damit zu Ende."

Es ist die Zeit, von der er rückblickend sagt: "Ich hing ziemlich in den Seilen, hatte viel Gelegenheit zum Nachdenken." Weil seine Frau Elisabeth im Ortsteil Pichl einen renovierungsbedürftigen Bauernhof, das Mitterlehengut, besitzt, entsteht damals der Plan: Wir bauen ein Feriendorf! Von Anfang an gedacht für Familien, die hier im Lungau einen nachhaltigen Urlaub verbringen wollen: "Wir haben hier die meisten Sonnentage Österreichs und bei uns ist es trotzdem nicht so heiß, dass man im Sommer ins Schwitzen kommt. So kann man wandern, viel unternehmen und die Natur genießen."

Fünf Häuser, von Werner Schwaighofer selbst entworfen und möbliert, umfasst die Ferienanlage bereits, Schwester Rosmarie kocht regionale Kost im Restaurant. "Eines Tages hatten wir Gäste mit einem Kind, das an Zöliakie leidet. Einer Darmerkrankung, die durch Gluten ausgelöst wird." Und die Eltern haben geklagt: Es gibt so wenig, was unser Kind essen kann, vor allem in den Restaurants

"Das", so sagt Werner Schwaighofer "war der Anstoß, dass ich mir gedacht habe: Da mach ich etwas, das kann doch nicht so schwer sein." Getreu dem Motto des berühmten Sebastian Kneipp: "Der Weg zur Gesundheit führt über die Küche."

Und, wie es eben im Lungau so üblich ist, hat er zuerst an die Eachtling gedacht, auf die der ganze Lungau zu recht stolz ist: "Ziel war es ein Fertigprodukt zu kreieren, das vegan und glutenfrei sowie leicht zuzubereiten ist." Und so enstand die "Eachtling-Wurst", so genannt, weil sie von der Verpackung her einer Wurst ähnelt: "Das aber haben wir schnell wieder verworfen, weil unser Produkt ja vegan, glutenfrei und ohne Fleisch ist." Nach zweieinhalb Jahren Entwicklung war die "Rösti-Rolle" fertig, auf Basis von Erdäpfel, mit Karotten, Kurkuma oder mit Sellerie, Tomaten und Kräutern." Mit der Waldviertler Firma "AgroFresh" fand er einen Produzenten, der an ihn glaubte und 500.000 Euro in eine Abfüllanlage investierte, seit Anfang Mai ist die "Rösti-Rolle" in einer bekannten Supermarkt-Kette österreichweit zu haben. Geeignet als Beilage oder Hauptspeise. Und sicher nicht die letzte Erfindung des Lungauers.

Wolfgang Weber, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden