Do, 14. Dezember 2017

Mit Stylus

05.06.2017 06:00

Leicht und kräftig: Samsung Galaxy Tab S3 im Test

Seit immer mehr Hersteller 2-in-1-Geräte wie Convertibles und Detachables mit vollwertigem Windows-Betriebssystem im Sortiment haben, tun sich reine Tablets wie Apples iPad oder die diversen Spielarten von Android-Tablets etwas schwerer, Kundschaft zu finden. Samsung schickt mit dem Galaxy Tab S3 trotzdem ein neues High-End-Android-Tablet in den Ring. Wie es sich in der Praxis schlägt, klärt unser Test.

Tablets sind und waren immer primär Geräte für den Medienkonsum. Die Nutzer sehen sich am großen Touchscreen Filme an, lesen Online-Zeitung oder PDF-Dokumente und wagen gerne auch das eine oder andere Spiel. Produktives Arbeiten - Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung - erledigt man derweil eher am Laptop oder PC.

Zumindest ein bisschen versucht Samsung diese klassische Aufgabenverteilung beim Galaxy Tab S3 mit dem beigelegten Eingabestift und einer optionalen Tastatur-Hülle aufzuweichen. Wer mag, kann am neuen Samsung-Tablet Dokumente bearbeiten, malen oder Bilder bearbeiten.

Starkes Lese-Tablet mit 4:3-Display
Davon abgesehen handelt es sich aber um ein starkes Lese-Tablet: Das Display im 4:3-Format hat im Test eine hervorragende Figur gemacht. Es bietet satten Kontrast, kräftige Farben, gute seitliche Ablesbarkeit und hohe Schärfe. Durch das Bildformat hat man beim Surfen genug Platz in der Horizontale, um Websites im Desktop-Modus aufzurufen. PDF-Dokumente werden ohne lästige Ränder angezeigt. Bei Filmen muss man freilich mit schwarzen Balken leben.

Die Spezifikationen und Leistungsdaten zum Galaxy Tab S3 finden Sie hier:

Samsung Galaxy Tab S3

CPU

Qualcomm Snapdragon 820: 2 x 2,15 + 2 x 1,6 GHz

RAM

4 GB

Diagonale

9,7 Zoll (AMOLED)

Auflösung

2048 x 1536 Pixel

Speicher

32 GB

microSD-Slot

bis 256 GB

Hauptkamera

13 Megapixel; LED-Blitz

Frontkamera

5 Megapixel

Funk

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.2, NFC, GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo; LTE optional

Maße

137,3 x 169 x 6 Millimeter; 430 Gramm

Akku

6000 mAh

Extras

Fingerscanner
Stylus

Software

Android 7

Preis

615 Euro (WLAN) - 715 Euro (LTE)

In puncto Rechenleistung hinterlässt das Galaxy Tab S3 mit dieser Ausstattung einen sehr guten Eindruck. Für die alltägliche Android-Nutzung ist mehr als genug Power vorhanden, der starke Qualcomm-Chip kommt überdies auch mit Spielen gut zurecht. Multi-Tasking ist bei vier Gigabyte RAM ebenfalls kein Problem.

Jagt man das Galaxy Tab S3 durch den Benchmark-Test "AnTuTu", erreicht es mit knapp über 130.000 Punkten das Leistungsniveau von Oberklasse-Smartphones aus dem Vorjahr. Für Tablet-Verhältnisse ist es damit sehr stark, was sich aber freilich auch beim vergleichsweise hohen Preis bemerkbar macht.

Brauchbare Kameras
Ein weiterer Vorteil gegenüber vielen anderen Tablets: Das Galaxy Tab S3 verfügt über eine ordentliche Kamera mit LED-Blitz. Sie ist zwar nicht so schnell wie etwa Kameras in Oberklasse-Smartphones und neigt in Innenräumen und bei Dämmerlicht zum Rauschen, bei Bedarf gelingen aber passable Schnappschüsse. Die Frontkamera mit fünf Megapixeln Auflösung reicht für Videochats und gelegentliche Selfies ebenfalls.

Sauber verarbeitet, angenehm leicht
Verarbeitung und Handling des Galaxy Tab S3 machen einen sehr guten Eindruck. Das Gerät kommt mit Metallrahmen und Glas-Chassis und überzeugt insgesamt mit hoher Gehäusesteifigkeit. Mängel wie zu große Spaltmaße waren an unserem Testgerät nicht zu erkennen. Durch sein geringes Gewicht eignet sich das Galaxy Tab S3 auch für längere Lesesitzungen, die für ein Gerät mit 9,7 Zoll Diagonale recht kompakten Maße seien ebenfalls positiv hervorgehoben.

Erstaunlich gut sind die integrierten Boxen des Galaxy Tab S3. Sie sind an Ober- und Unterseite des Tablets verteilt, bieten also Stereoklang und verzerren auch bei etwas höherer Lautstärke angenehm wenig. Klar entlockt man ihnen nicht allzu viel Bass, beim Videostreaming weiß man sie aber dennoch schnell zu schätzen.

Moderne Ausstattung, gute Akkulaufzeit
Die Ausstattung ist insgesamt sehr solide. Die Leistung stimmt sowieso, darüber hinaus hat Samsung aber auch alle aktuellen Funkstandards inklusive LTE-Option ins Tab S3 gepackt und gönnt ihm sogar einen Fingerscanner, der im Test ähnlich zuverlässig funktionierte wie in Samsungs Smartphones.

Die Akkulaufzeit beziffert Samsung selbst mit zwölf Stunden. Unter Realbedingungen, also bei zwei bis drei Stunden abendlicher Nutzung, muss das Gerät nur alle paar Tage via USB-C Strom tanken. Das klappt dank Schnellladefunktion dann auch recht flott.

Bloatware an Bord
Nicht ganz so gut wie die Hardware hat uns im Test die Software am Galaxy Tab S3 gefallen. Samsung-typisch kommt das Gerät ab Werk mit einigen ungewollten Dreingaben wie einer Hotel-Buchungs-App, überdies legt Samsung recht viel hauseigene Software bei. Manches davon - etwa der Kindermodus oder die Zeichen-App - ist gut gemacht und durchaus sinnvoll. Andere Dinge - etwa den Samsung-eigenen App Store, der zusätzlich zum Google Play Store am Gerät ist - wird nicht jeder Nutzer brauchen. Dass diese Anwendungen nicht deinstalliert oder zumindest deaktiviert werden können, ist nicht optimal.

Fazit: Samsungs Galaxy Tab S3 ist ein starkes und leichtes High-End-Tablet, das insbesondere beim Lesen eine hervorragende Figur macht. Display und Handling laden zu ausgedehnten Surf-Streifzügen ein, die Ausstattung stimmt. Der beigelegte Stift ist ein nettes Extra, mit der optionalen Tastaturhülle kann man sogar das eine oder andere Dokument bearbeiten. Ein vollwertiges Arbeitsgerät ist das Tablet trotzdem nicht, hier mangelt es schlicht an der Möglichkeit, x86-Programme auszuführen. Bei einem Preis von günstigstenfalls über 600 Euro dürfte das manch einem Nutzer zu wenig sein.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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