Di, 12. Dezember 2017

Trauer um Musiker

19.05.2017 09:09

Chris Cornell nahm sich nach Konzert das Leben

Chris Cornell, charismatischer Frontmann der Grunge-Band Soundgarden, hat sich mit 52 Jahren das Leben genommen. Der Rocksänger erhängte sich am Mittwochabend kurz nach einem Konzert mit seiner alten Band in Detroit, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten.

Schon zuvor hatte die Polizei erklärt, sie gehe von einem "möglichen Suizid" aus. Zu den berühmtesten Songs des US-Sängers gehört "Black Hole Sun".

Die Autopsie habe nun ergeben, dass Cornell sich erhängt habe, sagte der Sprecher des Leichenbeschauers von Wayne County, James Martinez. Cornell hatte sich nach einem Auftritt im Fox Theatre im Zentrum von Detroit in sein Hotelzimmer zurückgezogen. 

Schockiert über plötzlichen Tod
Wenige Stunden nach dem Konzert alarmierte Cornells Familie nach Angaben der Polizei den Rettungsdienst. Ersthelfer hätten Cornell regungslos aufgefunden, sagte eine Polizeisprecherin.

Der Pressesprecher des Sängers, Brian Bumbery, erklärte, Cornells Ehefrau Vicky Karayiannis Cornell und die übrigen Familienmitglieder seien "schockiert über den plötzlichen und unerwarteten Tod". Die Familie danke den Fans "für ihre beständige Liebe und Loyalität" und bitte darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Pionier des Grunge-Rock
Cornell zählte zu den Pionieren des Grunge-Rock. In der US-Westküstenstadt Seattle geboren, gründete er 1984 die Band Soundgarden, die zusammen mit Nirvana, Alice in Chains und Pearl Jam zu den führenden Bands der Grunge-Bewegung in den späten 80er und frühen 90er-Jahren gehörte.

Die Band gewann mehrere Grammys, bevor sie sich 1997 auflöste. Erst 2010 fanden Cornell und seine Bandkollegen wieder zusammen. Der Auftritt in Detroit war laut dem US-Magazin "Variety" planmäßig die letzte Etappe einer US-Tournee. 

Obwohl gesangstechnisch kaum ausgebildet, hatte Cornell einen Stimmumfang über fast vier Oktaven: Sein Gesang bewegte sich zwischen tiefem Bariton und einem hohen, kreischenden Tenor - begleitet von dissonanten Mollakkorden seiner Gitarre.

Erinnungerung an Kurt Cobain
Nach der Auflösung von Soundgarden spielte Cornell bei der Band Temple of the Dog und gründete 2001 mit drei ehemaligen Mitgliedern von Rage Against the Machine die Rock-Formation Audioslave. Diese durfte 2005 vor Zehntausenden Menschen im kommunistischen Kuba auftreten. 2006 sang Cornell "You Know My Name", den Titelsong des James-Bond-Films "Casino Royale".

Mit Cornells Tod wird nach dem Suizid von Nirvana-Sänger Kurt Cobain im Jahr 1994 ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Grunge geschlossen. Der Sänger der Stone Temple Pilots, Scott Weiland, starb 2015 an einer Überdosis Rauschgift. 

Auch Cornell konsumierte viele Jahre Heroin und andere Drogen und kämpfte gegen Depressionen an. In einem Interview mit dem Magazin "Rolling Stone" räumte er 1994 ein, schon mit 13 Jahren täglich Drogen genommen zu haben. Die Schule schloss er nicht ab, stattdessen fand er Erfüllung in der Musik. 

Mitte der 2000er-Jahre kam er von den Drogen los und erlebte danach eine neue Phase der Kreativität: Er veröffentlichte mehrere Soloalben und tat sich wieder mit Soundgarden zusammen.

 krone.at
Redaktion
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