So, 17. Dezember 2017

Frau heimgeschickt

19.05.2017 07:28

Ärzte diagnostizieren Muskelkater statt Bruch

Eine krasse Fehleinschätzung durch Ärzte im LKH Schärding in Oberösterreich dürfte den Leidensweg einer Mutter (34) aus St. Aegidi nach einem akuten Bandscheibenvorfall am 30. April schmerzvoll verlängert haben. Der von den Medizinern diagnostizierte "Muskelkater" war eine Lendenwirbelfraktur, die Frau musste operiert werden.

Nicole B. wachte an jenem Sonntagmorgen mit heftigen Beschwerden im Oberschenkel auf. "Die Schmerzen haben bis zu den Waden ausgestrahlt, sind immer stärker geworden", sagt die 34-Jährige. Sie hielt es zu Hause nicht länger aus und fuhr ins LKH Schärding, wo ihre Hüfte geröntgt wurde. "Weil das offenbar nichts ergab, ist mein Bein abgetastet worden. Ein Arzt hat daraufhin die Diagnose Muskelkater gestellt und mich heimgeschickt", so B.

Akuter Bandscheibenvorfall samt Wirbelbruch
Doch dort verschlechterte sich ihr Zustand weiter. Die Frau wandte sich an den hausärztlichen Bereitschaftsdienst. "Die diensthabende Ärztin hat Übungen mit meinem Fuß gemacht und bemerkt, dass der Vorfuß und die Ferse taub sind." Ihre Vermutung: Es handle sich um den Ischiasnerv. Als die Schmerzen trotz Medikamenten weiter zunahmen, alarmierte B. um 22 Uhr den Notarzt, der sie ins Rieder Spital brachte, wo ein akuter Bandscheibenvorfall samt Wirbelbruch erkannt wurde - Operation!

Reaktion des Spitalsbetreibers Gespag zum Fall: "Medizinische Details unterliegen dem Datenschutz. Doch wir achten stets darauf, dass das beste Fachwissen eingebracht wird."

Jürgen Pacher, Kronen Zeitung

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