Mi, 22. November 2017

Strobl darf mitreden

19.05.2017 06:48

Ganze Region zittert um die Postalm!

Die Pleite der Postalm-Lifte hat eine ganze Region aufgeschreckt, offenbar liegt der Skibetrieb den Salzburgern am Herzen. Auf Masseverwalter Dr. Robert Bukovc wartet eine schwierige Aufgabe.

Denn der Rechtsanwalt aus Salzburg muss zwischen Parteien vermitteln, bei denen kein gutes Verhältnis oder zumindest Funkstille herrscht. Wie berichtet will Besitzer und Geschäftsführer Karl-Heinz Prentner aus der Steiermark weiter machen, fordert aber mehr Geld von den Gemeinden und der öffentlichen Hand allgemein. Er unterstreicht immer wieder: "Die Postalm liegt mir am Herzen, man kann in diesem Gebiet viel machen. Alleine geht es aber nicht. Bin ich unerwünscht, verkaufe ich, soll es ein anderer versuchen." Bürgermeister Josef Weikinger aus Strobl auf der anderen Seite hat kein Geheimnis daraus gemacht, dass er lieber einheimische Besitzer haben würde, die die Lifte betreiben.

Es gäbe laut Ortschef Gastronomen und andere Leute aus der Wirtschaft, die Interesse bekundet haben. Der erste Schicksalstag für das Skigebiet zwischen Strobl und Abtenau wird der 30. Mai sein. An diesem Tag findet am Landesgericht Salzburg die erste Gläubigerversammlung - es sind zirka 30 - und Berichtstagsatzung statt. Der Vorgang ist ähnlich wie beim Sanierungsverfahren von Gaißau-Hintersee mit dem Haupteigentümer aus China. Einigen sich die Gläubiger, mit 20 Prozent des Geldes zufrieden zu sein, kommt es nicht zum Konkurs. Gibt es kein "Ja", könnte das Unternehmen zerschlagen werden.

Am 30. Mai treffen sich die Gläubiger am Gericht
Einen gravierenden Unterschied gibt es allerdings: Während sich in Gaißau-Hintersee die größten Gläubiger - Raiffeisen und Bundesforste - voll und ganz zu einer Fortführung des Skibetriebes bekannt haben, aber die betroffenen Gemeinden nicht viel zu melden hatten und haben, spielt auf der Postalm Strobl eine Schlüsselrolle. "Wir haben der Gesellschaft 180.000 Euro Kredit gewährt", sagte Weikinger der "Krone". Die Gemeinde hat bei 823.000 Euro Gesamtschulden also eine starke Stimme. Währenddessen ist im größten Almgebiet Österreichs die Wandersaison los gegangen. Und auch hier ist der Konkurs ein Thema. "Wir wollten, dass unser Sohn Dominik hier Skifahren lernt, aber wer weiß, wie es weiter geht", bedauerten Sandra und Viktor als sie die "Krone" beim Lokalaugenschein traf.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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