Mi, 22. November 2017

Serie „nachgespielt“

19.05.2017 06:31

Lehrer verhindern Selbstmord-Drama an Schule in OÖ

Drama am BG/BRG Bad Ischl in Oberösterreich: Zwei 13-jährige Schülerinnen wollten auf der Toilette der Schule eine Selbstmord-Szene der umstrittenen Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" nachspielen, hatten in einem als Entschuldigungsbrief getarnten Abschiedsschreiben die Tat angekündigt. Alarmierte Lehrer retteten die Mädchen vor dem Verbluten und Ersticken.

Das Duo - ein Mädchen ist eine gute Schülerin, ihre Freundin ist grade dabei, das verpatzte Semesterzeugnis auszubessern - gab dem Klassenvorstand den Entschuldigungsbrief, weil es am Nachmittag fehlen würde. Als der Pädagoge den Brief öffnete, schrillten alle Alarmglocken: Die beiden 13-Jährigen kündigten darin ihren gemeinsamen Selbstmord im Schulhaus an.

Ein Mädchen lag reglos am Boden, das andere blutete stark
Alle Bediensteten begannen sofort mit der Durchsuchung des Gebäudes und wurden auf einer Toilette fündig: Ein Mädchen lag reglos am Boden, versuchte sich durch Ersticken zu töten. Ein Englisch-Professor reanimierte das Kind, ehe eine zufällig anwesende Ärztin eintraf. Das zweite Mädchen war ansprechbar, hatte sich geschnitten, blutete stark.

Inzwischen sind beide Schülerinnen außer Lebensgefahr, eine soll wegen Liebeskummer bereits einmal einen Suizidversuch unternommen haben. Am Ischler Gymnasium, das im Jahr 2011 vom Mord an der 14-jährigen Paulina durch Stiefvater und Stiefbruder erschüttert worden war, werden die Schüler nun psychologisch betreut.

"Tote Mädchen lügen nicht" als fatales Vorbild
"Es gab kein schulisches Motiv für die Tat, auch kein Mobbing", heißt es aus dem Büro von Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. Klar ist: Die Mädchen hätten die umstrittene Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" ("Thirteen Reasons Why"), in der sich eine Highschool-Schülerin tötet, als Vorbild genommen.

In Neuseeland sollen Teenager unter 18 Jahren die weltweit erfolgreiche Netflix-Serie, die trotz der Kritik eine zweite Staffel bekommt, nur noch im Beisein der Eltern oder anderer Erwachsener anschauen. Die dortige Medienaufsichtsbehörde OFLD fürchtet, dass vor allem junge Mädchen zum Suizid angestiftet werden könnten.

Markus Schütz, Kronen Zeitung/red

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