Mo, 23. Oktober 2017

Rettung in Bad Ischl

19.05.2017 12:16

Lehrer verhinderten Selbstmord-Drama an Schule

Drama am BG und BRG Bad Ischl: Zwei 13-jährige Schülerinnen wollten auf der Toilette eine Selbstmord-Szene einer umstrittenen TV-Serie "nachspielen", hatten in einem als Entschuldigungsbrief getarnten Abschiedsschreiben die Tat angekündigt. Alarmierte Lehrer retteten die Mädchen vorm Verbluten und Ersticken.

Das Duo - ein Mädchen ist eine gute Schülerin, ihre Freundin ist grade dabei, das verpatzte Semesterzeugnis auszubessern - gab dem Klassenvorstand den Entschuldigungsbrief, weil es am Nachmittag fehlen würde. Als der Pädagoge den Brief öffnete, schrillten alle Alarmglocken: Die beiden 13-Jährigen kündigten darin ihren gemeinsamen Selbstmord im Schulhaus an.

Englisch-Professor reanimierte 13-Jährige
Alle Bediensteten begannen sofort mit der Durchsuchung des Gebäudes und wurden auf einer Toilette fündig: Ein Mädchen lag reglos am Boden, versuchte sich durch Ersticken zu töten. Ein Englisch-Professor reanimierte das Kind, ehe eine zufällig anwesende Ärztin eintraf. Das zweite Mädchen war ansprechbar, hatte sich geschnitten, blutete stark.

Bereits zuvor Tat wegen Liebeskummer
Inzwischen sind  beide Schülerinnen außer Lebensgefahr, eine soll wegen Liebeskummer bereits einmal einen Suizidversuch unternommen haben. Am Ischler Gymnasium, das im Jahr 2011 vom Mord an Paulina S. (14) durch Stiefvater und Stiefbruder erschüttert worden war, werden die Schüler nun psychologisch betreut.

TV-Serie als Vorbild, kein schulisches Motiv
"Es gab kein schulisches Motiv für die Tat, auch kein Mobbing", heißt es aus dem Büro von Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer. Klar ist: Die Mädchen hätten die umstrittene Netflix-Serie "Tote Mädchen lügen nicht" als Vorbild genommen, in der sich eine High-School-Schülerin tötet.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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