Mo, 23. Oktober 2017

Kinder haben Angst

17.05.2017 23:51

Krähende Hähne befassen seit Jahren Justiz

"Ich muss so nach dem Gesetz handeln, sonst würde ich einen Amtsmissbrauch begehen", erklärt FP-Bürgermeister Christian Popp aus Stadl-Paura. Bekanntlich hätten sich Nachbarn über den Lärm von Hühnern einer fünfköpfigen Familie beschwert, jetzt müssen die Tiere weg, weil es sich um ein Wohngebiet handelt.

Schon seit sechs Jahren hat die Familie aus Stadl-Paura, wie von uns berichtet, sechs Hühner, seit drei einen Hahn namens "Batman". Sein Krähen sorgt aber nun plötzlich für Zündstoff bei einigen Nachbarn, die sich beim Ortschef Christian Popp (FP) wegen des Lärms beschwert hätten.

Ultimatum gestellt

Worauf dieser der Familie ein Ultimatum stellte: Bis spätestens am 19. Mai muss die Hühner- und Hahnhaltung eingestellt werden. Was bei den Kindern Panik und Tränen ausgelöst hat, sind die Tiere doch ihre liebsten Spielgefährten geworden.

Immer wieder Streitfälle vor Gericht
Der laut Raumordnung geltende Grundsatz: "Eine Tierhaltung, die über die im Wohngebiet übliche Haltung von Haustieren hinausgeht, ist unzulässig" beschäftigt seit langem schon die Gerichte im Lande.

OGH hatte andere Meinung

Wobei die Judikatur nicht eindeutig, sondern unterschiedlich ist: So widersprach der OGH in Kärnten den Vorinstanzen, als ein Ehepaar einer Nachbarin die Haltung eines Hahnes verbieten wollte. Die Höchstrichter meinten, dass man sich am Land einen  bestimmten Tierlärm gefallen lassen müsse, selbst in einem Wohngebiet.

Johannes Nöbauer

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