Mi, 13. Dezember 2017

Safarifreuden

13.06.2017 08:02

Südafrika tierisch erleben

Löwe, Elefant, Leopard, Büffel und Nashorn - die berühmten "Big 5" muss man einfach gesehen haben, wenn man in Südafrika auf Safari geht. Und noch vieles mehr ...

Hoedspruit, Südafrika. Nur circa eine Flugstunde von der Millionen-Stadt Johannesburg entfernt landen keine großen Jets. Die Ankunftshalle ist ein kleiner Backsteinbau, kein Gepäckförderband, kein Duty-free. Stattdessen werden die Koffer mit einem kleinen Anhänger vor das Gebäude gebracht, in die wartenden Jeeps verladen, und schon sind wir mittendrin im Safari-Erlebnis.

Langsam wird es dunkel im Busch
Es bleibt aber leider kaum Zeit, die luxuriöse AM-Lodge zu erkunden, gleich geht es weiter zur ersten Pirschfahrt in der Dämmerung. Rasant fährt der Jeep durch das unebene Gelände, und da ist unser erstes Fotomotiv - zwei Giraffen knabbern genüsslich an den Bäumen am Wegesrand. Lassen sich von uns weder stören noch beeindrucken. Langsam wird es dunkel im Busch Südafrikas, der Sternenhimmel, so hell und klar, wie ein Stadtmensch ihn sonst nur im Planetarium zu sehen bekommt. Und plötzlich hören wir einen Löwen brüllen. Unheimlich, ein wenig - und als er aus dem Dickicht hervorstolziert, bekomme ich Gänsehaut. Majestätisch schleicht er an unserem Geländewagen vorbei, und wir folgen ihm die staubige Straße entlang, bis er wieder im Gebüsch verschwindet.

Im Manyeleti Nature Reserve
Am nächsten Tag geht es etwas verschlafen um 6.00 Uhr los in Richtung Manyeleti Nature Reserve - aber es wird sich lohnen, so früh aufgestanden zu sein. Selbst unserem Guide Solomon ist die Aufregung anzusehen, als wir nach kürzester Zeit bereits Büffel, Nashörner und eine Elefantengruppe entdeckt und erneut die Spur eines Löwen aufgenommen haben: "Wir folgen den Geiern, denn wo sie sind, ist das Aas, und dort sind auch die Raubtiere nicht weit." Zwei Prachtexemplare, vollgefressen von der letzten Jagd, dösen im Schatten zweier Bäume und ruhen sich aus. Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus.

Jetzt fehlt nur noch der Leopard. Aber auch da müssen wir nicht lange warten. Wie unser Späher ihn entdeckt hat, ist uns ein Rätsel. Versteckt, etwas abseits der Piste, in hohem Gras auf einer kleinen Anhöhe blitzt nur der Hinterkopf hervor. Wir nähern uns und beobachten. Die "Big 5" in so kurzer Zeit gesehen zu haben, da sind sich unsere Tourguides einig, war ein Riesenglück.

Am Tafelberg
Nach zwei Tagen Natur hat uns die Großstadt wieder. Die V&A Waterfront in Kapstadt lädt zum Bummeln und Rasten ein. Im Hintergrund erhebt sich der Tafelberg, das überragende Wahrzeichen der Stadt. Die Auffahrt mit der Gondel gewährt einen ersten Blick auf die Umgebung. Der Ausblick von ganz oben über die Stadt auf der einen Seite und über das Meer auf der anderen ist beeindruckend - vor allem bei Sonnenuntergang.

Ein großartiger Blick bietet sich natürlich auch vom Kap der guten Hoffnung. Schönwetter ist hier allerdings Glückssache. Am südwestlichsten Punkt Afrikas - inmitten eines Naturschutzgebietes -, wo Indischer Ozean und Atlantik sich vermischen, erstreckt sich die Sicht weit über das Meer und die Kaphalbinsel.

In Johannesburg
Keine Frage, Nelson Mandela - Präsident, Friedensnobelpreisträger, Leitfigur - ist in ganz Südafrika allgegenwärtig. Sei es auf sämtlichen Banknoten, in Form von Denkmälern oder in Ausstellungen. Robben Island, die Gefängnisinsel, auf der Mandela 18 Jahre inhaftiert war, ist mit der Fähre von Kapstadt aus erreichbar.

Aber auch ein Besuch im Apartheid Museum in Johannesburg oder die Besichtigung der Nelson Mandela Stiftung bringen interessante Einblicke in die Vergangenheit und Geschichte des Landes und dieses herausragenden Menschen. In seinem Büro wurde seit seinem letzten Arbeitstag nichts verändert, die Bücherwand hinter dem Schreibtisch ist dicht befüllt, Fotos und Andenken, die er gesammelt und geschenkt bekommen hat, dominieren den Raum. Im Keller werden sämtliche handschriftlichen Manuskripte und Briefe aufgehoben und verwaltet. Berührende persönliche Texte und Botschaften an Freunde und Familie, geschrieben aus seiner insgesamt 27 Jahre dauernden Gefangenschaft.

In Maboneng
Im aufstrebenden Viertel Maboneng mit Galerien, Märkten und Restaurants pulsiert vor allem an Sonntagen das Leben. Wie auch in Soweto, dem 4-Millionen-Vorort Johannesburgs. Eine Stadt in der Stadt. Die traurige Berühmtheit erlangte durch die blutigen Schüleraufstände von 1976, die gegen das südafrikanische Regime protestierten und so zu einem Wendepunkt in der Apartheidspolitik führten.

Doch auch hier in Soweto gibt es große Klassen-Unterschiede: Nur wenige Kilometer von Wellblechhütten mit mobilem WC entfernt, stehen hübsche Häuser mit schmucken Vorgärten. Auch Nelson Mandela hat hier im Stadtteil Orlando in der Vilakazi Street gewohnt - nur wenige Meter neben dem Haus von Desmond Tutu. Und das ist einzigartig: eine Straße mit zwei Friedensnobelpreisträgern.

Elisabeth Salvador, Kronen Zeitung

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