Di, 12. Dezember 2017

Das Alter aufhalten

19.05.2017 06:00

Länger jung mit Spermidin

Recycling in den Körperzellen: Ein Bestandteil der Samenflüssigkeit und Kalorienreduktion bremsen Alterungsvorgänge. Der Traum vieler Menschen: Können wir uns bald mit einer Arznei länger jung halten?

Das Leben zu verlängern ist ein verlockendes Ziel moderner Forschung. 2016 hat der japanische Zellforscher Yoshinori Ohsumi den Medizin Nobelpreis für die "Entrümpelungsarbeit" der Zellen (Autophagie) erhalten. Mit deren Hilfe kann unser Organismus nicht mehr benötigte oder alte Zell-Bestandteile entsorgen und daraus neue bauen. Wir sind also selbst das beste Beispiel für Recycling. Werden diese Erneuerungsprozesse angeregt, lässt sich die Alterung aufschieben.

Körper auf Sparflamme
Der stärkste Anti-Aging-Impuls geht von Kalorienreduktion aus! "Entzieht man einem Organismus Nahrung, schaltet er auf Sparflamme und prüft, welche Zellteile nicht mehr funktionstüchtig sind. Diese werden als erste abgebaut, um genügend Energie zur Verfügung zu stellen. Am besten ist es, abwechselnd einen Tag zu fasten, einen Tag zu essen", so der Wiener Endokrinologe und Reproduktionsmediziner Univ.-Prof. DDr. Johannes Huber auf dem "Symposium für den Endokrinen Kreis 2017", der dieser Tage in Wien stattfindet. "Verzichtet man ab dem Morgen auf Nahrung, bilden sich weniger Endocannabinoide im Gehirn. Diese ,Belohnungsstoffe‘ werden beim Genuss von Nahrung produziert. Außerdem sorgen sie dafür, dass wir nach mehr verlangen." Nachts ruht deren Produktion, und das Hungergefühl sinkt. Dies dürfte der Grund dafür sein, warum vielen Menschen alternierendes Fasten leichter fällt, als über längere Zeit tagsüber auf Nahrung zu verzichten. Es wird dem Organismus am Fastentag offenbar nur eine "lange Nacht" vorgegaukelt.

Statt Diät Spermidin
Doch muss man sich wirklich mit Nahrungsentzug quälen? Spermidin - ein Bestandteil des Spermas - kommt aber auch in allen Körperzellen vor - kann den Fasteneffekt imitieren und so helfen, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Wenn wir in die Jahre kommen, wird auch das Spermidin in den Zellen weniger. Die Überlegungen sind nun, diese Substanz als Jungbrunnen gezielt in Form von Arzneien zuführen zu können. Diese kommt auch reichlich in der Natur vor, wie etwa in Weizen- und Gerstenkeimlingen, Käse (Parmesan!), in Mais, fermentiertem Soja usw. "Jüngste Untersuchungen zeigen, dass Spermidin günstige Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hat, indem z. B. das Recycling in den Zellen gefördert und die Neubildung von Blutgefäßzellen angeregt wird", erklärt Professor Huber.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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