Mi, 22. November 2017

In Hollywood

29.05.2017 08:45

Los Angeles – die ewige Traumfabrik

Los Angeles sollte nicht nur Ausgangspunkt einer Tour durch den US-Westen sein: Die bunte, vielfältige, pulsierende Stadt zwischen Hollywood, Stränden, Star-Villen und Downtown ist eine eigene Reise wert. Herrliche Pazifikstrände, Disneyland - es gibt viel zu entdecken - und mit dem neuen AUA-Direktflug von Wien ist die Traumstadt Kaliforniens nun besser erreichbar.

"Movie Magic! It's Movie Magic!", ruft Jonathan bei unserer Tour durch die Warner-Bros-Studios immer wieder entzückt. Er führt täglich Touristen durch die Kulissen von Anytown USA, der in unzähligen Filmen gezeigten typischen US-Kleinstadt, und ist jedes Mal begeistert. Auch von den Bäumen, deren mit Kabelbindern befestigte Äste für Dreharbeiten beliebig zu verändern sind, von den gemalten Fassaden aus Paris und Pasadena, die im Film ganz echt wirken: Movie Magic! Das steckt an, bald spielen wir alle mit, erkennen die Wohnhäuser von Helden aus den Serien "Gilmore Girls" und "Friends", die Wohnräume aus "The Big Bang Theorie" und setzen uns an die Tische vor dem "La La Land"-Café. Wie dessen Film-Kellnerin aus dem vielfach ausgezeichneten Musical-Streifen - für diese Rolle bekam Emma Stone 2017 den Oscar als beste Hauptdarstellerin - ist Jonathan wohl im Herzen Schauspieler und träumt vom Film. Alltag in der Zehn-Millionen-Metropole Los Angeles.

Auch außerhalb der Studios ist die Traumfabrik allgegenwärtig: Danny, der Radtouren durch Hollywood und Beverly Hills sowie Wanderungen durch den weitläufigen Griffith-Park bis zum längst legendären Hollywood-Zeichen in den Hügeln hoch über dem Wohngebiet organisiert, ist eigentlich Produzent und Regisseur, kennt unzählige Anekdoten und kann zeigen, wo genau beim Griffith-Observatorium berühmte Filmszenen aus dem James-Dean-Klassiker "Denn sie wissen nicht, was sie tun" sowie jüngst aus "La La Land" entstanden sind.

Busfahrer Michael, vor 25 Jahren als Theologiestudent aus Hamburg nach L.A. gekommen, hat sein Glück dort ohne Filmkarriere gefunden, genau wie Reiseleiterin Doreen, an sich Wissenschafterin aus dem Osten Deutschlands. Hollywoodreif ist ihre Begeisterung für ihre Wahlheimat dennoch: Sie wissen genau, wo die Reichen und Schönen, die Stars und die Verlierer wohnen. Zeigen einen schäbigen kleinen Bungalow, in dem Marilyn Monroe jahrelang wohnte, die von Johnny Depp eröffnete Viper-Room-Bar, in der River Phoenix an einer Überdosis starb, sowie das 1929 erbaute Chateau-Marmont-Hotel, in dem John Belushi starb, und wo Lindsay Lohan und Britney Spears Hausverbot haben.

L.A. - ein buntes Kaleidoskop
Los Angeles ist ein buntes Kaleidoskop, in dem das Nebeneinander von Obdachlosen, die neben ihren Rollstühlen auf der Straße schlafen, und zur Schau gestelltem Reichtum schockieren kann. Dass Chanel für ein Eckgeschäft an der Super-Luxus-Einkaufsmeile Rodeo Drive kürzlich 152 Millionen Dollar zahlte, finden die meisten nicht absurd, sondern toll und träumen, sich selbst einmal Luxus leisten zu können.

Städtisches Kulturleben
Auch die lange schlecht beleumundete Innenstadt von L.A. ist in den letzten Jahren reicher und schöner geworden: Neben der fantastischen Disney-Konzerthalle steht seit 2015 das Broad-Museum, in dem gratis mehr als 2000 bedeutende Werke zeitgenössischer Kunst bewundert werden können. Hier drängen sich Schulkinder und junge Leute vor legendären Werken von Warhol, Lichtenstein, Keith Haring, Cy Twombly, Basquiat und Jeff Koons, hier pulsiert städtisches Kulturleben.

Hollywood ist dennoch präsent: An der gläsernen Außenrutsche, auf der man seit 2016 etwa 300 Meter über dem Erdboden vom 70. in den 69. Stock des US-Bank-Towers gleiten kann, gab's vor unseren Augen einen filmreifen Heiratsantrag für eine Rutscherin. Auch im Grammy-Museum, im Staples-Center, wo Michael Jacksons Trauerfeier stattfand, und im Microsoft-Center dominiert das Showbusiness.

Mit der Metro nach Santa Monica
Die Lebensstile von Innenstadt, Villenvierteln, Filmwelt und Strand kommen einander neuerdings mit einer U-Bahn näher. Den chronischen Stau auf achtspurigen Stadtautobahnen kann man mit der Metro umgehen, sie führt weit schneller als das Auto zum Sunset Boulevard und bis nach Santa Monica.

Am Walk Of Fame
Beliebtestes Touristenziel bleibt natürlich Hollywood mit den mehr als 2600 Sternen auf dem Walk Of Fame - Nr. 2608 bekam im April übrigens Kärntens Star-Koch Wolfgang Puck - Grauman's Chinese Theatre und natürlich das Dolby-Theater, in dem die jährliche Oscar-Verleihung stattfindet. Von außen wirkt es ohne roten Teppich eher wie ein riesiges Einkaufszentrum, innen beeindruckt es mit seinem Opern-Stiegenhaus und dem riesigen Innenraum für 3400 Besucher doch sehr. Bei der Führung kann sich jeder einmal als Trophäen-Gewinner fühlen - nur das Star-Publikum, das ehrlich oder gezwungen lächelnd Beifall klatscht, fehlt.

Stars begegnet man mit etwas Glück eher in den nahen Strand-Orten beim Shoppen, Joggen oder Radfahren. Die kilometerlangen, weiten Beaches sind das andere Gesicht von L.A. Am Pier von Santa Monica ist noch eine berühmte Film-Location - Bubba Gumps Shrimps-Restaurant aus "Forrest Gump" zu bewundern, dann wird gechillt und relaxt.

Bei Hippies in Venice Beach
In Venice Beach sind übrig gebliebene Alt-Hippies zu bestaunen und am Muscle Beach immer noch starke Männer. In der Freiluft-Gym dort begann Arnold Schwarzeneggers US-Karriere. Und wir trafen zufällig Ike Musitz aus Meidling. 2,06 Meter groß, 115 muskulöse Kilo, Mister Vienna 2013 und 2014. Auf dem Weg zum Traumfabrik-Star - oder zum Gouverneur!

Brigitte Egger, Kronen Zeitung  

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