Mi, 22. November 2017

Dank DISCOVR-Sonde

16.05.2017 21:26

Rätsel um Lichtblitze auf Satelliten-Fotos gelöst

Seit Jahrzehnten stellten mysteriöse Lichtpunkte auf Aufnahmen, die Satelliten und Raumsonden zur Erde funkten, die Astronomen vor ein Rätsel. Jetzt hat ein Team um Alexander Marshak vom Goddard Space Flight Center in Greenbelt (Maryland) das Phänomen genauer unter die Lupe genommen und eine Erklärung dafür gefunden. Demnach werden die Lichtblitze durch horizontal ausgerichtete Eiskristalle in der Erdatmosphäre verursacht.

Erstmals beobachtet wurden die ungewöhnlichen Lichtpunkte auf Bildern, die die Raumsonde "Galileo" während ihrer Reise zum Planeten Jupiter im Jahr 1989 von der Erde machte. In einem 1993 veröffentlichten Bericht schrieb der Astronom Carl Sagan über die Lichtreflexe: "Die genaue Untersuchung der Aufnahmen zeigt eine Region mit spiegelartigen Reflexionen im Meer, aber nicht an Land."

866 Aufnahmen mit Lichtblitzen analysiert
Bei einer genauen Untersuchung von 866 Bildern mit Lichtreflexen, die von 2015 bis 2016 mithilfe der Earth Polychromatic Imaging Camera (kurz EPIC) an Bord des Satelliten DISCOVR gemacht wurden, fanden die Forscher um Marshak solche Lichtpunkt aber auch über dem Festland, womit die simple Erklärung einer Spiegelung im Ozean ausschied.

Aus diesem Grund verlagerten die Wissenschaftler ihre Suche nach der Ursache für die Lichtblitze in die Luft und konnten schlussendlich winzige Eiskristalle, die sich in der Erdatmosphäre zum Teil horizontal ausrichten und dadurch Sonnenlicht reflektieren, als Verursacher der von EPIC fotografierten Lichtpunkte identifizieren.

Satellit wurde im Februar 2015 gestartet
Der rund 300 Millionen Euro teure Beobachtungssatelliten DSCOVR war in der Nacht zum 12. Februar 2015 vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet und hatte sich auf den Weg zum Lagrangepunkt L1 zwischen Sonne und Erde gemacht.

Mit dem "Deep Space Climate Observatory" (kurz DISCOVR) wollen NASA, die Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten (NOAA) sowie die US-Luftwaffe fünf Jahre lang das Weltraumwetter und dessen mögliche gefährliche Auswirkungen auf die Erde erforschen.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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