Mo, 20. November 2017

Toxikologische Tests

16.05.2017 07:24

Mordfall Krenn: Viele Rätsel um die Leiche

Obduziert wurde am Montag an der Salzburger Gerichtsmedizin der Leichnam des seit 19. Juli 2016 vermissten vermögenden Salzburgers Dr. Roland Krenn. Die Identität konnte bestätigt werden. Eine Todesursache aber noch nicht: Die Leiche war schon zu stark verwest. Man konnte keine äußeren Einwirkungen mehr feststellen, hieß es. Nun wurde noch eine umfassende toxikologische Untersuchung angeordnet. Für die Ermittler scheint mittlerweile klar zu sein, dass Richard H. (23) aus Obertrum und Robert Sch. (28) aus Haigermoos (OÖ) den Mord gemeinsam verübt haben sollen. Ein klares Motiv konnten aber auch sie noch nicht nennen.

Es gibt aber einige Beweise und Zeugenaussagen. Krenn hat das letzte Mal am 19. Juli 2016 telefoniert. Wenige Tage später taucht Richard H. bei seiner Villa in Hellbrunn auf. Dem Nachbarn erzählt er, dass er sich um die Post kümmere. Krenn habe sich nämlich eine Jacht gekauft und sei jetzt länger auf Reisen. Die Ermittler rekonstruieren die Ereignisse nach ihren Angaben so: Zwischen 19. und 29. Juli wird Krenns Leiche mit seinem eigenen Wagen, einem Dodge Nitro, von den beiden Festgenommenen nach Haigermoos gebracht. Die Leiche ist von Kopf bis Fuß in Isolierfolie sowie in Vlies, in Spannleintücher und in eine Plastikzeltplane eingewickelt. Die beiden tragen den Leichnam in den alten Schweinestall, legen sie in einen Sautrog und kippen noch einen dreiviertel Meter hoch Unrat darüber.

Nachricht an sich selbst
Am 29. Juli fahren Richard H. und Robert Sch. mit dem Dodge zu dessen Anwesen im Burgenland. Dort lassen sie ihn reinigen. Am 30. Juli schickt Richard H. von Krenns Handy eine Nachricht an sich selbst. Das Mobiltelefon legt er dann im Dodge ab, die beiden fahren wieder nach Hause. In der Zwischenzeit hat ein Bekannter Krenn als vermisst gemeldet. Normalerweise treffen oder sprechen sie sich einmal wöchentlich. Nun hat er aber seit einem Monat nichts mehr gehört. Damit kommen die Ermittlungen ins Rollen. Als es endlich eine Auswertung der Rufdaten der Handys des Ermordeten und jener der zwei Beschuldigten gibt, ist klar, dass da etwas faul ist. "Auch der Wagen im Burgenland und der Pass im Haus des Mannes in Hellbrunn waren Indizien dafür, dass ihm etwas zugestoßen ist!", sagt der leitende Ermittler in dem Fall, Oberstleutnant Christian Voggenberger.

Mittlerweile sind die zwei Verdächtigen in Haft. Ihr Motiv ist noch unklar. Sie schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Beide wurden mehrmals beim Haus von Krenn gesehen. Richard H. hatte sogar einen Schlüssel und behauptet, er habe Wohnrecht in der Villa. Beide wurden nach der Obduktion noch einmal einvernommen. Währendessen haben die Schwestern von Krenn die Vorbereitungen für ein Begräbnis begonnen: "Das Ende der Ungewissheit ist eine Erleichterung für meine Mandanten", erklärt Stefan Rieder vom Weißen Ring - der Anwalt der beiden Angehörigen. "Jetzt kann er würdig verabschiedet werden."

Manuela Kappes/Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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