Sa, 18. November 2017

Für Mord an Frau

15.05.2017 14:19

D: Syrischer Flüchtling wünscht sich Todesstrafe

Mit einer ungewöhnlichen Forderung ist in Deutschland ein Angeklagter in einem Mordprozess an das Gericht herangetreten: Der 54-jährige Syrer, der wegen der Tötung seiner Ehefrau angeklagt ist, verlangte die Todesstrafe für seine Tat. "Wenn ich mich weiter daran erinnere, sterbe ich jeden Tag mehrere Tode", begründete der Mann, der 2014 mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern von Syrien nach Deutschland geflüchtet war, seine Forderung.

Zum Auftakt der Verhandlung sagte der 54-Jährige am Montag in Stralsund, er wünsche ein "gutes Urteil". Die Richterin erklärte dem Syrer, dass es in Deutschland keine Todesstrafe gebe. "Ich wäre nicht Richterin, wenn wir die Todesstrafe hätten", sagte sie.

Der 54-Jährige gab vor dem Landgericht an, am 23. November 2016 mit seiner Frau in Streit geraten zu sein. Sie habe gedroht, ihn zu verlassen. Im Streit sei er in die Küche gegangen und habe ein Messer geholt. Auf die Frage, wer seine Frau getötet habe, sagte er ausweichend: "Ich war allein mit ihr in der Wohnung." Es sei eindeutig, was dort passiert sei. Erinnern könne er sich an den Ablauf jedoch nicht mehr. Der Mann war auf der Straße mit dem Messer in der Hand festgenommen worden.

Ehepaar mit Kindern 2014 nach Deutschland geflüchtet
Das Ehepaar war mit seinen zwei minderjährigen Kindern im August 2014 nach Deutschland geflüchtet. Dem Angeklagten zufolge hatten er und seine Frau schon mehrfach gestritten, weil er die Entscheidung, nach Deutschland zu gehen, für falsch gehalten habe.

Er habe Syrien nur verlassen, um seine Frau zu behalten, sagte er. Zudem habe er nicht verstanden, dass seine Kinder ein zunehmend selbstständiges Leben in Deutschland führen wollten und dabei von seiner Frau unterstützt wurden. "Ich hatte das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu sein."

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Redaktion
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