Fr, 15. Dezember 2017

Thema Erziehung

17.05.2017 11:34

Tabuthema Fehlgeburt: Wie mit dem Schmerz umgehen?

Wenn das Leben mit dem Tod beginnt: Fehlgeburten sind leider oft ein Tabuthema. Doch wie damit umgehen?

Mindestens jede fünfte Schwangerschaft endet mit einer Fehlgeburt, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Für die Betroffenen ist es besonders schwierig, das zu verarbeiten. Das Schweigen wird oft unerträglich.

Wenn Monika J. (43) gefragt wird, wie viele Kinder sie hat, sagt sie manchmal vier. Zwei lebendige und zwei tote. Oft blickt sie dann in entsetzte Gesichter. Ihre Offenheit über die zwei Fehlgeburten verstört ihre Umwelt. Dabei hilft es ihr nach enorm, darüber zu sprechen. 2003, als sie ihr erstes Kind verloren hatte, sei das Bedürfnis zu reden groß gewesen. Sie wollte trauern, wollte ihren Schmerz zeigen. Doch ihr Partner wollte es nicht an die große Glocke hängen. Sie fügte sich. Die zweite Fehlgeburt folgte drei Jahre darauf. Ein Schmerz, der länger anhielt. Enge Freunde wurden eingeweiht. "Das tat gut", schildert Monika J.

Eine Psychotherapie hilft
Könnte sie die Zeit zurückdrehen, würde sie vieles anders machen. "Die Therapie habe ich viel zu spät begonnen. Und auch der Zeitpunkt, darüber zu sprechen, hätte eher sein sollen. Aber es tut gut, dazu jetzt zu stehen und so meinen verstorbenen Kindern Raum zu geben." Männer gehen mit der Trauer oft anders um. Ihr Partner machte in dieser schweren Zeit viel Sport. "Das half ihm enorm."

Kommentar von Eltern-Kids-Coach Nina Petz
"Meine Frau und ich haben uns getrennt. Ich bin fremdgegangen. Wir haben zwei Buben. Unsere Freunde haben sich alle auf ihre Seite geschlagen und hetzen die Kinder gegen mich auf."

Machen Sie Ihren Freunden klar, dass sie damit auf längere Sicht vor allem den Kindern erheblichen Schaden zufügen. Denn mit ihren Verurteilungen, Bewertungen und Einmischungen bringen sie die Kinder in einen Loyalitätskonflikt. Ihr Nachwuchs fühlt sich in seiner Zuneigung zu beiden Elternteilen hin- und hergerissen. Das ist jedoch extrem überfordernd und ungesund für die kindliche Psyche. Es bringt Kinder dazu, sich für die Gefühle und Angelegenheiten der Erwachsenen - also der Eltern - verantwortlich zu fühlen. Sie stehen dadurch plötzlich einem enormen Druck gegenüber, dem sie nicht gerecht werden können.

Wichtig: Helfen Sie Ihren Kindern, indem Sie sie jeglicher Verantwortungsgefühle für die Situation entbinden: "Mama und Papa haben euch beide sehr lieb - alles andere hat nichts mit euch zu tun und ist einzig eine Sache zwischen Mama und mir." Widerstehen Sie der Versuchung sich rechtfertigen zu müssen - diese Dinge sind Themen nur für Ihre Paarbeziehung, nicht für Kinder.

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Susanne Zita, Kronen Zeitung

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