Sa, 18. November 2017

Leichenfund in Trog

15.05.2017 07:20

War Mordverdächtiger (28) ein Kokain-Dealer?

Neue Details zum Mordfall Roland K.: Der nun festgenommene Verdächtige, ein Gastwirt aus Haigermoos in Oberösterreich, beteuert ebenso seine Unschuld wie ein zuvor verhafteter Musiker (23). Dieser soll von dem Lokalbesitzer mit Kokain versorgt worden sein und ihm Geld geschuldet haben. 5000 Euro hat K. zudem vor seinem Verschwinden abgehoben.

Dass Roland K. (63) keines natürlichen Todes gestorben ist, scheint so gut wie sicher. Am Montag wird es wohl auch offiziell: Da wird die verweste und eingewickelte Leiche, die am Freitag in einem Viehtrog liegend gefunden wurde, obduziert. Der Mann soll erdrosselt worden sein.

Familie des Wirts: "Das würde er nie tun"
Robert Sch. (28) beteuert seine Unschuld. Sein Anwalt, Jörg Dostal aus Salzburg, glaubt ihm. Er hat am Freitag und am Samstag mit seinem Mandanten gesprochen. Wie die Leiche in den Stall des alten Bauernhofes von Sch. kam, konnte er vorerst nicht sagen. Auch die Familie des Wirts sowie sämtliche Stammbesucher in seinem Gasthof glauben an dessen Unschuld. "Das würde er nie tun", sagt etwa seine Oma.

Kokain-Geschäfte wegen Spielschulden?
Trotzdem: Der Mann ist offenbar als Kokain-Dealer im Ort und in den Nachbargemeinden bekannt. Er soll unter anderem in einem "Club" in Trimmelkam seine Drogen unters Volk gebracht haben. Zudem soll er mit Casinobesuchen geprahlt haben. Laut "Krone"-Infos besagen Gerüchte, dass Sch. trotz Erbes seiner Familie und des Gasthausbetriebs hohe Spielschulden hatte.

Musiker-Anwalt: "Mein Mandant hatte ständig Angst"
Richard H. (23), Musiker aus Obertrum und der erste festgenommene Mordverdächtige, war von Sch. abhängig, sagt H.'s Anwalt Franz Essl. Sch. soll ihn kokainsüchtig gemacht haben. Richard H. konnte schließlich nicht mehr zahlen und war Sch. mehrere Tausend Euro schuldig. Dieser soll stattdessen Sachleistungen eingefordert haben, etwa die Arbeit im Gasthaus, Chauffeurdienste usw. "Es war ein Druck- und Zwangsverhältnis. Mein Mandant hatte ständig Angst", so Essl.

Wie der monatelang vermisste Millionär K. (63) in diese Kreise geriet, erklärt sich wohl durch seine Oldtimer-Leidenschaft. Er soll das Oldtimermuseum in Haigermoos besucht haben und danach im örtlichen Gasthaus, dem von Robert Sch., gegessen haben. So lernte man sich kennen. Der Betreiber des Museums meint aber, er habe K. nicht gekannt.

Fakt ist: Über Robert Sch. lernte das Opfer schließlich Richard H. kennen. Alles weitere werden die Ermittlungen ergeben. Denn Robert Sch. und Richard H. belasten sich gegenseitig. H. war auch die Person, mit der der 63-Jährige am Tag seines Verschwindens telefonierte. Die Bekannten von H. glauben trotzdem an seine Unschuld.

Mysteriöse Behebung kurz vor Verschwinden
Laut Stefan Rieder (Weißer Ring), dem Anwalt der Schwestern von K., soll der Vermisste - kurz bevor er verschwand - 5000 Euro abgehoben haben. Seine letzte Kontobewegung. Und: "Es gibt angeblich ein Testament", so Rieder. Dessen Inhalt ist unbekannt. Es könnte aber zur Wahrheit führen.

"Frühere Straftaten haben mit dem Fall nichts zu tun"
Im Interview mit der "Krone" erklärte Jörg Dostal, der Anwalt des verdächtigen Gastwirts, dass sein Mandat seine Unschuld beteuere. Alle würden an seine Unschuld glauben. Mit der Tötung eines Menschen habe er nichts zu tun.

Der erste Festgenommene, Richard H., belastet Ihren Mandanten schwer?
Das ist alles Blödsinn. Wenn er so Angst vor meinem Mandanten hatte, wie es jetzt in den Medien heißt, warum hat er sich dann nicht schon viel früher an die Polizei gewandt? Das tut man doch normalerweise. Warum hat er sich so viel Zeit gelassen? Das sind Fragen, die muss er erst einmal beantworten.

Es wird davon gesprochen, dass Ihr Mandant mit Kokain gedealt haben soll und Spielschulden hatte?
Die Ermittlungen laufen. Und allfällige frühere Straftaten haben mit diesem Fall überhaupt nichts zu tun.

Trotzdem wurde die Leiche bei Robert Sch. gefunden. Wieso?
Es gibt ein laufendes Verfahren. Ich kann dazu noch nichts sagen und will auch den Ermittlungen nicht vorgreifen.

"Mein Mandant ist unschuldig!"
Auch Franz Essl, der Verteidiger des bereits seit über einer Woche in U-Haft sitzenden Richard H., glaubt an dessen Unschuld.

Aber ihr Mandant führte die Ermittler schließlich zum zweiten Verdächtigen?
Er hat sein Gewissen erleichtert und den entscheidenden Tipp zur Auffindung der Leiche gegeben. Mehr darf ich dazu nicht sagen.

Wie geht es Ihrem Mandanten denn überhaupt?
Er ist psychisch schwer angeschlagen. Die U-Haft setzt ihm natürlich zu. Er sagt, dass er vor dem Gastwirt Robert Sch. schon immer Angst hatte. Deswegen hat er anfangs nichts gesagt, der Polizei aber jetzt auch mit seinem Wissen entscheidend weitergeholfen.

Woher kannten sich die Männer ?
Robert Sch. hat meinem Mandanten in seinem Gasthaus in Ostermiething Roland K. vorgestellt.

M. Kappes und A. Lovric, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden