Sa, 18. November 2017

Jeder darf ernten

15.05.2017 06:10

Gemüsegarten auf Schiff begeistert die New Yorker

Zwischen Frachtschiffen, Passagierfähren und Ausflugsdampfern hat im New Yorker Hafen diesen Sommer ein ganz besonderes Schiff angedockt. Swale ist ein schwimmender Obst- und Gemüsegarten und vertritt das Konzept, das frisches und gesundes Essen kein Privileg, sondern ein Recht ist, erläutert Gründerin Mary Mattingly. Auf dem 25 Meter langen Lastkahn pflegen Mary und ihr Team Pfirsich-, Kirsch- und Apfelbäume und bauen Gemüse wie Zwiebel, Brokkoli oder Mangold an. Besucher können Obst, Gemüse und Gewürze dort nach Belieben ernten und sich auch melden, um als Freiwillige bei der Gartenarbeit zu helfen.

Seit Anfang Mai ist der Kahn an einem Pier im Stadtteil Brooklyn angedockt und soll im Laufe des Sommers auch in der Bronx und in Manhattan Station machen. Gerade in den sozial schwächer gestellten Vierteln von New York sei frisches Obst und Gemüse für viele Menschen unerschwinglich, so Mary Mattingly, die mit ihrem Projekt auch auf brennende Umweltprobleme aufmerksam machen will: "Wir bekommen in New York abgepacktes Obst und Gemüse aus weit entfernten Gebieten des Landes. Das belastet nicht nur unser Klima, es werden auch riesige Müllberge produziert."

Die 37-jährige Mattingly, die aus dem New Yorker Nachbarstaat Connecticut stammt, will mit dem Projekt ein Modell für nachhaltige Landwirtschaft im städtischen Raum schaffen. In den USA herrschten zu strenge strenge Vorschriften, was den Landbau im öffentlichen Raum betrifft, sagte sie in einem Videobeitrag über Swale: "Mein Traum wäre es, dass wir eines Tages in Parks Obst und Gemüse anbauen können." Das Anbauen auf öffentlichen Flächen ist ohne Genehmigung auch in Österreich prinzipiell verboten, allerdings wird dieses Verbot kaum exekutiert.

Denkanstoß für den Umgang mit Lebensmitteln
Die Mitarbeiter von Swale sehen ihr Projekt auch als Denkanstoß für den sorgsamen Umgang mit Lebensmitteln. "Es macht Spaß, den Menschen etwas über die Herkunft ihres Essens beizubringen", sagte Mitarbeiterin Lindsey Grothkopp. Vielen sei garnicht bewusst, wie wichtig dieses Wissen sei.

Swale war bereits vergangenen Sommer in New York unterwegs und muss, um von Liegeplatz zu Liegeplatz zu kommen, von einem Schlepper gezogen werden. 7000 Dollar (6400 Euro) kosten Miete und Versicherung monatlich, die derzeit ein Cider-Hersteller trägt. Sofern sich ein neuer Sponsor findet, soll Swale an einem Dock in New York ein dauerhaftes Zuhause finden.

Michaela Braune
Redakteurin
Michaela Braune
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